Band 
Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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1964
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1964

Meteorologie.

Der Einflufs der Windrichtung auf den Stand des Baro-meters zeigte sich nach Nizze 1 auch in den fünfzigjährigenBeobachtungen zu Biitzow, indem NW, N, NO und O eineAbweichung über und SO, S, SW und W dagegen eine Ab-weichung unter das Mittel des Barometerstandes gaben.

Es zeigt sich also allgemein , dafs das Barometer bei südlichenund südwestl. Winden den niedrigsten , bei nördlichen und nord-östl. Winden den höchsten Stand hat, und sofern die höhere Tem-peratur dem niedrigem Barometerstände, die niedrigere aber demhöhern zugehört, mufsauch ein diesem entsprechender Zusammen-hang zwischen der Wärme und den Windrichtungen statt fin-den. Einige Meteorologen sind daher geneigt, den Unter-schied des Barometerstandes bei verschiedenen Winden vomEinflufs der Wärme ausschließlich abzuleiten, wonach dannder niedrigste Barometerstand und die gröfste Wärme mit ei-ner gewissen Richtung des Windes zusammenfallen, die Ma-xima der Barometerhöhen und die niedrigsten Temperaturendagegen dieser gegenüber liegen müßten; allein die Wind-richtungen unterliegen nicht selten örtlichen Bedingungen, undnamentlich ist der Umstand der Beachtung sehr werth, aufwelchen Kämtz 2 aufmerksam gemacht hat, daß nämlich dasBarometer steigen muß, wenn den an gewissen Orten im All-gemeinen vorherrschenden Luftströmungen andere entgegen-fliefsen und dadurch eine Aufhäufung der Luftmassen bewir-ken. Aus ebendieser Ursache leitete schon früher L. v. Büchden ungewöhnlich hohen Barometerstand auf Teneriffa ab, wiebereits oben (§.44.) erwähnt worden ist, und wir würden einei Erweiterung des dort aufgestellten allgemeinen Satzes erhalten,wenn wir annehmen wollten , daß durch das Zusammenfallenörtlicher Luftströmungen mit der allgemeinen bereits herrschen-den eine Wegführung der Luftmassen bei niedrigem Baro-meterstände, durch das Entgegenströmen beider dagegen eineAufhäufung derselben bei hohem Barometerstände bewirktwerde.

77) Aus der oben (§. 66.) mitgetheilten Uebersicht er-giebt sich eine Zunahme der absoluten Maxima und Minima

1 Kästner Archiv. Th. VII. S. 253.

2 Meteorologie. Th. II. S. 319.