Apparate. Barometer. 1969
ringe Grfifse der Oscillationen unter sehr hohen Breiten , dafssie dort wieder abnehmen. Es wäre zwar leicht, den analy-tischen Ausdruck hiernach einzurichten, allein der blofse An-blick der Tabelle zeigt deutlich, dafs noch andere Einflüsse,als die geographische Breite, die Gröfse dieser Schwankungenbedingen. Hierüber allgemeine Gesetze aufzufinden scheintmir für jetzt noch unthunlich und ich verweise deswegen aufeinen Versuch von Kämtz 1 2 , für einen Theil von Europa undAsien diejenigen Orte zu bestimmen, wo die unregelmäßigenBarometerschwankungen einander gleich sind, und diese durchLinien zu verbinden, welche er isobarometrische Linien nennt 3 .Im Allgemeinen ist nicht zu verkennen, dafs der gröfsereWechsel der Temperatur mit den gröfseren Schwankungen desBarometers zusammenfällt, und beide Phänomene haben dannwieder in den Mengungen wärmerer und kälterer Luftmassenihren Grund , wovon die ersteren aus der äquatorischen Zone,die letzteren von den Tölen herzuströmen, die barometrischenOscillationen aber werden da am häufigsten und am gröfstenseyn, wo diese Ströme am häufigsten und von gröfsterVerschiedenheit Zusammentreffen. Hieraus erklärt sich dannleicht die Abnahme derselben in der Polarzone und vielleichtist unter dem Pole selbst der Stand des Barometers ebensoconstant, als unter dem Aequator.
78) Ueber den Zusammenhang zwischen den barometri-schen Schwankungen und den Hydrometeoren nebst den Win-den, die sie zu begleiten pflegen, ist bereits geredet worden 3 ;es verdienen hier jedoch noch die bedeutenden Erweiterungenerwähnt zu werden, welche dieses Problem durch die gehaltrei-chen Untersuchungen von Dove 4 und Rämtz 5 erhalten hat.Ersterer legt dabei Pariser, letzterer Stockholmer Beobach-tungen zum Grunde, und aus beiden folgt ganz übereinstim-mend, dafs im Allgemeinen das Barometer am Tage vor demRegen sinkt, während des Regens selbst aber steigt, in bei-den Fällen aber bei östlichen Winden sinkt und bei westli-
1 Meteorologie. Th. II. S. 339.
2 Kautz gesteht selbst, daf« dieser Name eigentlich fiir gleicheBarometerhöhen gehöre, wie bereits oben §. 6t. bemerkt wurde.
3 S. Art. Barometer . Bd. I. S. 935.
4 Poggendorff Ana. XIII. 305.
£> Meteorologie. Th. II. S. 364.
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