1972 Meteorologie.
Meteoren an kein Verschwinden einer bedeutenden Masse vonLuft, etwa in Folge einer Absorption derselben durch dieErde nach einer unhaltbaren Hypothese von Meisecke 1 , nochan einen Zusammenhang derselben mit Erdbeben , wie 1783mit dem in Calabrien nach vas Swindes, zu denken sey, dadie letzteren, ihrer furchtbaren Gewalt ungeachtet, solchegrofse Wirkungen hervorzubringen nicht vermögen, sonderndafs hauptsächlich durch das Aufsteigen der erwärmten Luft,die in gröfseren Höhen abfliefst, eine Art Oscillation entsteht,wodurch das Barometer über einer gröfsern oder geringemLänderstrecke sinkt, über einer andern dagegen steigt; auchergiebt sich aus den meisten Untersuchungen, dafs in der Re-gel beide entgegengesetzte Phänomene gleichzeitig statt finden,obgleich es nicht allezeit möglich ist, durch Beobachtungenaus hinlänglich entfernten Gegenden diese Thatsache bestimmtnachzuweisen. Nach Dove 2 wird ein solches weitverbreitetesSinken des Barometers durch eine anhaltende südliche Luft-strömung bewirkt, wobei der Wind allmälig von Süd durchWest und Nord nach Ost sich drehend herumläuft und überalldie Ankunft solcher warmer und feuchter Luftmassen durch höhereTemperatur und Hydrometeore kund macht. Bei den von Brandesuntersuchten Fällen am 24. Dec. 1821 u. 3. Febr . 1823 unterstütztenviele Thatsachen diese Hypothese, namentlich die hohe Tempera-tur, welche in der Schweiz, in Frankreich und dem nördlichenDeutschland gleichzeitig mit dem Sinken des Barometers be-obachtet wurde, statt dafs in America in Folge eindringendernördlicher Luftströmungen starke Kälte herrschte. Auch diebedeutenden Niederschläge, welche in Fojge einer Abkühlungdieser feuchten, aus südlichen Gegenden herbeifliefsenden Luft-massen entstehn und gleichzeitig eine mitwirkende beträchtli-che Verminderung des Luftvolumens nach sich ziehn müssen,findet man in den vorhandenen Nachrichten angegeben undüberhaupt zeigen beide Fälle augenscheinlich den angenomme-nen Durchgang des Windes durch das Minimum der Wind-rose von Süd durch West bis Nord und Ost, wie auf gleicheWeise die aufserordentlich weite Verbreitung dieser grofsenOscillation im ganzen Luftocean. Ganz analoge Erscheinungen,
1 Schvreigg. Journ. T. XXXVIII. p. 194.
2 Foggendorff Ann. XIII. 596.