2001
Meteore. Atmosphäre.
bend befinden. Vielleicht ist es Folge der jetzigen feinerenPrüfungsraittel oder der vermehrten Gewerbe, dafs gegenwär-tig solche Verunreinigungen der Atmosphäre so häufig aufge-funden werden, denn auch A. Chevallier 1 giebt als vorläu-figes Resultat seiner Untersuchungen an, dafs in der atmosphä-rischen Luft Uber Paris und auch an andern Orten Ammoniakenthalten sey, sogar auch sonstige Stoffe, was wohl um soweniger zu bezweifeln ist, da Arthur Dukn 1 2 sogar die An-wesenheit von ßlei nachgewiesen hat. Aus gewissen Anzei-gen bei den Arbeitern seiner Bleiweifsfabrik wurde er zuerstauf diese Vermuthung geleitet, er erhitzte daher ein Abdara-pfungsgefäfs mit 28 ff. nassem kohlensaurem Blei im Sandbadebis zur Temperatur der Trockenstuben, welche nie über 65"C. steigt, befestigte 8 bis 12 Fufs darüber einen Blasebalgund trieb mittelst desselben die Luft durch eine Phiole mit 12Unzen reinem Wasser, gesäuert durch 2 Drachmen Salpetersäure.Nachdem dieses 6 Stunden fortgesetzt worden war, ergab dieUntersuchung die Anwesenheit einer mefsbaren Quantität Blei-weifs, ja es zeigte sich auch eine Spur dieser Substanz in demWasser einer offenen Schale, die in der Nähe jener Phioleruhig gestanden hatte.
92) Ausführliche Untersuchungen über die Verunreinigun-gen der Atmosphäre, vorzüglich auch die Miasmen, hat Bous -sinoault 3 angestellt. Nach ihm werden die letzteren da er-zeugt, wo vegetabilische 4 Stoffe durch Wärme und Feuchtig-keit eine Zersetzung erleiden, in sumpfigen Gegenden, beigrofsen Waldungen, bei stagnirendem Wasser, besonders wenndieses aus süfsem und salzigem gemischt ist. Den Beobach-tungen nach soll das Miasma ein schwereres Gas seyn, alsLuft, und sich hauptsächlich in Niederungen, mit Thau ver-mischt, absetzen, vorzüglich bei Untergang der Sonne, Sofand es Mose ati, und aufser ihm erhielt auch Rigaud del Isle in den Morästen von Languedoc ein flockiges Concre-
1 L’lnstitut. 1834. N. 75.
2 Lond. and Edinb. Phil. Mag. Nr. XXXVII. p. 77.
3 L’Institut. 1834. N. 67. Aon. Chim. Phy«. T. LVII. p. 151.
4 Thieriiche Stoffe werden nicht speciell mit genannt, allein esunterliegt wohl keinem Zweifel, dafs diese ebensoviel nnd wohl nochmehr zur Erzeugung der Miasmen beitragen, als die vegetabilischen.
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