Meteore. Atmosphäre.
2007
wobei der Dampf aus den obern Luftschichten herabsinkt; amMorgen tritt dann die Verdunstung ein und vermehrt denDampfgehalt, bis die aufsteigenden erwärmten Luftschichtenden Dampf mit sich in die Höhe führen. De Saussurk 1 2 undde Luc* fanden hiermit übereinstimmend ein umgekehrtesVerhalten in der Höhe, Do VE aber bewies dieses aus einerVergleichung des Hygrometerstandes zu Genf und auf dem St.Bernhard, indem dort die Feuchtigkeit der Luft um 2 UhrNachmittags gröfser ist, als am Morgen. Aus der Abhängig-keit der Dampfbildung von der Temperatur folgt, mit der Er-fahrung übereinstimmend , dafs der absolute Feuchtigkeitsgradim Winter am geringsten, im Sommer dagegen am gröfstenist, der relative dagegen zeigt ein umgekehrtes Verhalten, weildie Wärme erst vorhanden seyn mufs, ehe sie das Wasser inDampf zu verwandeln vermag, und daher eilt die Tempera-turerhöhung der Feuchtigkeitszunahme voraus; auf dem St.Bernhard aber scheint der relative Feuchtigkeitszustand das ganzeJahr hindurch fast gleich zu seyn.
K.Imtz vermuthet aus triftigen Gründen , dafs der Feuch-tigkeitszustand im Allgemeinen von den Küsten nach dem In-nern der Continente hin abnimmt, allein zur bestimmten Ent-scheidung hierüber fehlt es an vergleichbaren Messungen.
97) Der Einflufs der Winde auf den Damplgehalt derLuft ist am allgemeinsten bekannt, denn man redet sogar imgemeinen Leben von trocknen und von feuchten Winden,wobei im Allgemeinen die nördlichen zu den ersten, die süd-lichen zu den letzten gehören. Um hierüber genauer zu ent-scheiden, müssen die mittleren Feuchtigkeit^zustände der Luitund die jederzeitigen Elasticitäten der Dampfatmosphäre fürdie einzelnen Winde bekannt seyn. Zur Entfernung der ein-zelnen Anomalieen wird dann die bereits wiederholt ancege-bene Formel angewandt, welche sich darauf gründet, dafs vonNord durch Ost für 360° des ganzen Kreises einem jedenPuncte der Windrose 45° zugehören. Bezeichnet demnach edie Elasticität des Wasserdampfes in par. Linien, m den vomNullpuncte der Windrose an gezählten Winkel der jedesmali-
1 Reisen. Th. IV. S. 365.
2 IcUei sur la Mät. T. II. p. 12.