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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Meteorologie.

entstehn, sind zunächst diejenigen zu berücksichtigen, welchedurch den aufsteigenden Luftstrom (Courant ascendant nachde Saussure), namentlich in der äquatorischen Zone, inThälern, die durch steile Bergwände gegen die Winde ge-schützt sind, und überall da erfolgen, wo durch gleichmäfsigeErwärmung der umgebenden Strecken anhaltende Windstillebei hoher Temperatur herrscht. Unter der Linie sind die hier-durch erzeugten Regen zwar die häufigsten, allein dafs auchsolche dort nicht zu den Seltenheiten gehören, die dem Kam-pfe in verschiedenen Richtungen sich begegnender Luftströ-mungen ihren Ursprung verdanken , zeigt schon das Umlaufendes Windes durch einen ganzen Kreis in einer und der ent-gegengesetzten Richtung, welches die Ilurricane und Torna-dos der dortigen Gegenden zu begleiten pflegt. In der ge-mäfsigten Zone entstehn aber bei weitem die meisten Regendadurch, dafs wärmere und kältere Luftmassen von unglei-chem Gehalte an Feuchtigkeit unter einander gemengt wer-den, wobei das allgemeine Gesetz herrscht, dafs die kälterenund trockenen, hauptsächlich die nördlichen und östlichen, dieunteren Regionen inne haben, die wärmeren und leichteren,südlichen und westlichen aber die oberen. Hierauf beruht zu-gleich der innige Zusammenhang zwischen den barometrischenSchwankungen, den Windrichtungen und den Temperaturen,wie er von früheren Meteorologen, namentlich de Saussure *,bereits durch einige Bemerkungen angedeutet, durch Doveaber aus 24jährigen Londoner Beobachtungen (von 1807 bis 1830)bestimmt nachgewiesen worden ist. Der Zusammenhang -die-ser Erscheinungen läfst sich leicht übersehn. Durch die Ver-einigung der verschiedenen Luftmassen wird in Folge derAbkühlung der wärmeren, mit Wasserdampf gesättigten einNiederschlag entstehn, welcher stärker werden mufs, wenndie entstandenen Tropfen in der unteren Luftschicht noch'Wasser aufnehmen, im entgegengesetzten Falle aber schwä-cher. Durch den Zusammenhang, welcher sonach zwischenden Niederschlägen , den Luftströmungen und der hiervon ab-hängigen Temperatur statt findet, wird die sogenannte ther-mische JVindrose bedingt, wobei dann noch der Unterschiedzu berücksichtigen ist, welcher davon abhängt, ob nördliche

1 Essay sur l’Hygrometrie IV. p. 4.