2142 Meteorstein.
den, oder dafs sie als dampfartige, kometarische Masse existi-ren, durch deren Vereinigung an der Grenze unserer Atmo-sphäre die herabfallenden Körper ihre nachherige Gestalt er-halten. Der Verfolg der Untersuchungen wird zeigen, dafsnur die letztere Vorstellung den zu ihnen gehörigen Erschei-nungen genügt. Endlich mufs noch eine dritte Verschieden-heit der Ansichten berücksichtigt werden. Die meisten, wonicht alle Anhänger der Hypothese vom kosmischen Ursprüngeder Meteorsteine hielten den Einwurf von der übergrofsen Men-ge der Sternschnuppen, die oft in kurzer Zeit an dem näm-lichen Orte beobachtet werden, für zu gewichtig, als dafs siediese insgesammt ! mit den grofsen Feuerkugeln für kosmischhalten sollten, und sie gaben daher willig zu, dafs die kleinenSternschnuppen atmosphärische Gebilde seyen ; Chladni warfast der einzige, welcher alle diese gleichartigen Phänomenefür gleichen Ursprungs hielt, und ich selbst habe gleichfallsnie eine andere Ansicht gehegt, weil man sich sonst in einenoch größere Schwierigkeit verwickelt, nämlich die Aufgabe,die Grenze anzugeben, wo die tellurischen Sternschnuppenaufhören und die kosmischen anfangen, ein Problem, welchesin der That ganz unmöglich ist, da eine solche Scheidungfactisch nicht existirt, vielmehr diese Art der Feuermeteorevon den kleinsten Sternschnuppen an bis zu den gröfstenFeuerkugeln in einer ununterbrochenen Reihe Zusammenhän-gen. Gerade in dieser Beziehung aber hat sich der Standpunctder Sachen neuerdings bedeutend geändert; denn anstatt dafsman früher Bedenken trug, die Meteorsteine für Erzeugnisseaus dem Weltenraume zu halten, weil die sie begleitendenFeuerkugeln in ihrem ganzen Verhalten eine auf Gleichheit desUrsprungs führende Aehnlichkeit mit den Sternschnuppen ha-ben, die von den gröfsten bis zu den kleinsten ohne be-stimmte Grenze herab nicht selten bis zu Hunderten in einerNacht gesehn wurden und die man dieser grofsen Zahl undverschwindenden Kleinheit wegen nicht füglich glaubte ausden unermefslichen Himmelsräumen ableiten zu dürfen, habenvielmehr die neuesten Beobachtungen ungewöhnlich zahlrei-cher Sternschnuppen von der ungleichsten Gröfse, wobei ineinem einzelnen grofsartigen Phänomene die ganze Summe al-ler früheren Erscheinungen vereint schien, zu der Ueberzeu-gung geführt, dafs gerade diese kosmischen Ursprungs seyn