Kreismikromeier. 2171
kann, bis er die Objecte am deutlichsten sieht, ohne dadurchden scheinbaren Durchmesser des Ringes zu verändern.
Demselben grofsen Künstler schien es auch noch wün-schenswerth, statt zwei Kreisen deren mehrere zu haben, umdie Beobachtungen daran zu vervielfältigen. Da sich dieserZweck nicht gut mehr mit Ringen von Metall, deren jederdurch feine Nadeln an dem Diaphragma des Fernrohrs befe-stigt werden mufs, ausführen läfst, so gerieth er auf die Idee,mehrere concentrische Ringe auf ein Spiegelglas zu reifsen oderzu ätzen. Allein er konnte es lange nicht dahin bringen, dieganze Peripherie dieser Kreise , nachdem sie mit ihrem Glasein das Fernrohr gebracht waren , in allen ihren Theilen gleichgut sichtbar zu machen. Gewöhnlich sah man nur eine Hälfteoder selbst ein Drittel dieser Pevipherieen, während das Ue-brige beinahe ganz unsichtbar blieb. Durch einen Zufall ent-deckte er aber eines Tages, als er eben ein älteres Ocular anein Fernrohr, brachte, durch dasselbe eine krumme, in meh-rere Knoten geschlungene Linie, die in allen ihren Theilengleich gut sichtbar war. Als er die Oberfläche des Ocularsmit einem Mikroskope untersuchte, fand er, dafs diese Curvevon einer Lage feinen Staubes gebildet wurde, dessen kleineKörnchen sich in dieser krummen Linie neben einander gela-gert hatten. Dadurch aufmerksam gpmacht verfertigte er sichein eigenes Instrument, durch welches er jene concentrischenKreise auf das Glas so tragen konnte, dafs die Peripherie die-ser Kreise nicht mehr, wie zuvor, eine stetige krumme Liniewar, sondern dafs sie durchaus nur aus sehr nahen an einan-der stehenden isolirten Tuncten bestand, um dadurch «leich-
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sam die Construction jener Linie aus Staubkörnern nachzu-bilden. Schon sein erster Versuch hatte den günstigsten Er-folg, indem er jetzt bei allen Kreisen die ganze Peripheriegleich deutlich sehn konnte. Doch scheinen diese neuen Kreis-mikrometer noch wenig in Aufnahme zu kommen, wahrschein-lich weil der Künstler, in der Freude über seine gelungeneUnternehmung, zu viel solcher concentrischer Kreise, wohlzwölf und mehr, auf seiner Glasplatte angebracht hatte, wo-durch leicht Irrungen herbeigeführt und die Beobachtungenerschwert werden. Vielleicht wird man bald wieder auf siezurück kommen und sie dann allen andern vorziehn, beson-ders wenn die Beleuchtung derselben von der Seite des Oculars