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Atmosphäre.
seyn müsse, dafs sie viel feiner, reiner und trocbner ist, alsunsere irdische Atmosphäre. Wenn unsere oben mitgetheilteHypothese, dafs die Dünste des Monds von seiner beleuchte-ten Hälfte auf die Nachtseite geführt werden, der Wahrheitgemäfs ist, so mag dieses zugleich die Ursache seyn, warumuns die erleuchtete Fläche des Mondes immer so hell undtrocken erscheint.
Oft sieht man dieselbe Gegend des Monds, unter dem-selben Erleuchtungswinkel von der Sonne und unter ganz densel-ben äufsern Verhältnissen, viel heiterer oder auch dunkler alssonst, ja oft sieht man kleine Gegenstände gar nicht, die mandoch früher klar und deutlich gesehn hat. Schröter führtmehrere solche Beobachtungen an und Gruithuiseh will sehrhäufig Spuren ziehender Wolken auf der Oberfläche des Mondsbemerkt haben, was auch von Schröter an mehrern Ortenseines Werkes bestätigt wird. Der erste dringt mit Nach-druck auf diesen Beweis für das Daseyn einer Atmosphäre desMonds, da sich, wie er sagt, ein geübter Beobachter diesesHimmelskörpers die erwähnten Erscheinungen durchaus nichtanders erklären kann.
Wenn der Mond auf seinem Wege am Himmel kleinenSternen begegnet, so fand Schröter 1 , dafs diese Fixsterneimmer lichtschwächer wurden, je näher sie, zwei oder dreiZeitsecunden vor dem Eintritte, dem Rande des Mondes ka-men. Ohne Zweifel ist die Atmosphäre des Mondes, wie dieder Erde, zunächst an der Oberfläche des Monds am dich-testen , daher sie hier das Licht der Sterne am meistenschwächt. Bei Gelegenheit der Sonnenfinsternifs am 5. Sept.1793 fand Schröter den eben in die Sonne tretenden Mond-rand nicht schwarz, sondern nur grau, und diese graue Farbewar zunächst dem Mondrande am hellsten und ging gegen dieMitte des Monds zu stufenweise in ein immer tieferes Dun-kel über, woraus er ebenfalls auf die Existenz einer Mond-atmosphäre schliefsen will. Den besten Beweis für das Da-seyn einer Luftart auf dem Monde glaubte er aber in derDämmerung zu finden, die sich auf dem Monde zeigen mufs,wenn er in der That mit einer Atmosphäre umgeben ist.Schröter suchte die Spuren einer solchen Dämmerung zu-
1 A. a. O. Th. I. S. 668. Th. II. S. 524.