N ebensonne.
83
Ich gestehe, dafs ich diese Erscheinungen noch gar nichtzu erklären weifs. Fraunhofer bemerkt, da man durch einGitter von horizontalen Fäden oberhalb und unterhalb der Sonnezwei Sonnenbilder und bei nicht völlig gleicher Entfernung derFäden diese nur wenig farbig und einen verticalen, weifsenLichtstreif sehe, so liege hierin eine Erklärung der Erscheinung.Allerdings, wenn Dunstkügelchen so lägen, dafs sie abgerissenehorizontale Parallellinien mit ziemlicher Regelmäßigkeit darstell-ten , so könnten zwei Nebensonnen und ein Lichtstreif erschei-nen; aber der Grund, warum man, wie Fraunhofer sagt,„leicht einsieht, dafs eine solche Lage statt finden mufs ,“ istmir nicht klar; ich möchte daher lieber es als etwas zufälliges,das wohl einmal statt finden kann, ansehen und dann die Er-klärung annehmen, jedoch bleiben auch dann noch einige Um-stände unerklärt 1 2 .
Endlich mufs ich noch eine aufser den gewöhnlichen Ne-bensonnen vorkommende dritte Art von Nebensonnen erwäh-nen, die Fallows beobachtet hat 1 . Hier standen die Neben-sonnen horizontal neben der Sonne, vier an der einen, drei ander andern Seite, ungefähr um einen Sonnendurchmesser voneinander entfernt und, wie die Zeichnung angiebt, die ent-fernteren kleiner. Man könnte hier solche verticale Linien, einaus Verticalfäden bestehendes Netz, annehmen, wie Fraun-hofer in horizontalen Linien geordnete Dünste, so wäre dieErscheinung mit der vorigen in Verbindung gesetzt 3 ; aber esbleibt immer zweifelhaft, ob diese, doch etwas willkürliche,Voraussetzung die richtige sey.
Dafs Nebenmonde unter ähnlichen Umständen auch entste-hen könnten, ist wohl gewifs; ich finde aber keine Beobach-tung von Nebenmonden , die den beiden letzten Arten von Ne-bensonnen entsprächen ; dagegen ist mir keine solche Beobach-tung von der Sonne bekannt, wie die, welche ich im Art. Ne-benmonde angeführt habe. B.
1 Fhaundofeh’s Theorie der Höfe, in Schumacher’s astron. Abli.3. Heft. S. 80.
2 Poggend. Ann. II. 440.
3 FKACHHoriiR nimmt S. 84. etwa« ähnliches an.
F 2