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Nordlicht.
und wenn diese so gTofs sind, dafs sie sich weit über das Zenitbhinaus nach Süden erstrecken, so bilden sie in der Nahe desZeniths eine Art Glorie oder Krone. Die Entfernung derselbenvom siidlithen Horizonte kommt genau der Neigung des Beob-achtungsortes gleich, so dafs also der Südpol der Neigungsnadelgenau gegen die Mitte der Krone gerichtet ist. Bei der Bildungderselben zeigt sich das Nordlicht in seiner schönsten Pracht,indem das Himmelsgewölbe das Ansehn einer glänzenden, vonverschiedenfarbigen Lichtsäulen getragenen Kuppel hat. DieKrone scheint der Vereinigungspunct der aus dem Bogen auf-steigenden Lichtstrahlen zu seyn 1 und ihre Bildung kann nurdurch die Annahme erklärt werden , dafs die Lichtstrahlen vonder Oberfläche der Erde in einer Richtung ausstrahlen , welchemit der Neigung der Magnetnadel, also mit der Resultirenden dermagnetischen Kräfte der Erde parallel läuft 2 . Nehmen wir nunan, dafs eine Ebene den Himmel im magnetischen Zenith er-reicht und dafs die Lichtsäulen in einer Richtung ausfahren,welche senkrecht auf dieser Ebene steht, so begreift man, wiedie Bildung der Krone, in welcher sich alle diese Strahlen zusammeln scheinen , möglich ist. Die Strahlen , welche aus demBogen gegen das Zenith zu schiefsen scheinen, gehn nicht inaller Strenge von dem leuchtenden Ringe aus, noch sind sie zuLichtsäulen verbunden, sondern jeder von ihnen ebensowohl,als der Ring selbst, besteht aus einer grofsen Anzahl von kur-zen Lichtcylindern, welche eng an einander liegen und fastparallel sind 3 . Man kann dieses versinnlichen, wenn man ei-nen Globus so stellt, dafs seine Axe 18 bis 20 Grade von derauf den Horizont perpendiculären Linie abweicht; die Meri-diane stellen dann die scheinbare Richtung der Lichtcylinderund der Parallelkreis in 80° oder der Pol selbst die Krone dar.So wird jeder Beobachter die Krone in seinem magnetischenZenith sehn, weswegen die Höhe derselben nicht aus zwei an
1 Schweigger’s Joura. a. a. 0. S. 196.
2 Ebend. S. 197.
S Ebend. S. 199. Diese Stelle ist mir ganz dunkel; anch kannich nicht vereinigen, dafs hier die Cylinder eng an einander liegendgenannt werden, da sie oben als weit abstehend angenommen wur-den. Ich mufs jedoch bemerken, dafs Hahsteen den Aufsatz imEdinburger Journal als Berichtigungen dieser Abhandlung bezeichnet,und ich setze daher aus ersterem das Folgende zn.