316
1* e 11 d el.
verfiel daher auf das Mittel, zur Erreichung der gröfsten Härtedie Schwingungen auf Diamantspitzen zu bewerkstelligen, alleiner konnte keine hierzu geeignete finden, und als er später eineKugel wählte, die in einer sphärisch vertieften Höhlung rollte,und deren Centrum daher allezeit in der Schwingungsaxe liegenmufste, war die Reibung zu grofs, oder nach deren Beseitigungwurde die Kugel schon bei einem Elongationswinkel von 2,5Craden aus ihrer Vertiefung geschleudert. Auch ihm schiendaher die gehärtete stählerne Messerschneide am geeignetsten.
Unter die zu den feinsten Messungen vorzüglich geeignetenPendel gehören hauptsächlich auch die Kugeln an einem feihetlMetallfaden hängend. Früher pflegte man allgemein den Fadenam obern Ende in einer Klemme zu befestigen, deren untereFläche dann den Oscillationspunct gab. Bessel 1 wählte dage-gen eine andere Vorrichtung, indem er den Metallfaden untenin eine Klemme befestigte und diese in die Kugel schraubte,oben dagegen gleichfalls mit einer Klemme und diese mit einemsehr dünnen Streifen Messingblech versah, welcher sich.um einenfeinen Cylinder wackelte, so dafs hiernach der Mittelpunct derKugel einen Bogen derjenigen Curve beschrieb, deren Evolute derDurchschnittskreis des Abwickelungscylinders war. Der berühmteAstronom begnügte sich indefs hiermit nicht, sondern zog zurErweiterung der Wissenschaft auch die Frage in den Kreis sei-ner Untersuchungen, welchen Einflufs es auf den Mittelpunct derBewegung eines Pendels hat, wenn das obere Ende desselbenum einen Cylinder geschlungen, oder in einem unbeweglichenHalter festgeklemmt ist, oder dieser letztere sich auf der Mes-serschneide bewegt. Eine Vergleichung aller drei Resultate er-gab , dafs die dritte Art den Mittelpunct der Bewegung merk-lich höher hinaufrückte, als die beiden erstem 2 .
1 Untersuchungen über die Länge des einfachen Secundenpen-dels von F. W. Ressel u. s. w. Besonders abgedruckt aus den Ab-handlungen der Academie zn Berlin für 1826. Berlin 1828. Mit zweiKupfert. Dieses classische und für jeden unentbehrliche Werk, wel-cher selbst Versuche mit dem Pendel anstellen will, werde ich künf-tig nur kurz durch: Bessel’s Untersuchungen bezeichnen.
2 Bessel’s Untersuchungen S. 49. u. 215.