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che der Insel und ein Annex zu dem Kirchsprengel Flag-stad auf Sundöen. Der in grofser Ordnung gehalten*Garten und das kleine Stück Ackerfeld zeigten von dergrofsen Liebe des Herrn Thesen für Gartenkultur undAckerbau. Nur dafs das Klima und der Boden günstigersein möchte! An Obstbäume ist gar nicht mehr zu den-ken; die Johannisbeere bringt selten und dann auchnur sparsame Früchte, die Erdbeere, aber aus der Wild-nifs geholt, blühte schön. Der Graswuchs ist so spärlich,dafs man die Mühe nicht scheuet, das auf den Bergengemähte Gras, in Netze gebunden, über die steilen Felsenherabzuwerfen. Der Dünger ist hier eine unnütze undbeschwerliche Last!
Am 7ten des Abends um 8 Uhr machten Herr The-sen und ich eine Exkursion nach den im Norden vonMosken'äs gelegenen Bergen. Ein 622 Fufs über demMeere gelegener Teich, bei welchem ich die Beobachtung N.141 anstellte, sendete einen Bach nach dem Meere her-ab, der an seinem Ursprünge 12,4° C. zeigte, währenddie Luft nur 8,5° C. warm war. Dieser Bach war amvorhergehenden Tage ganz trocken gewesen, aber heutelief der Teich über, theils wegen der durch den ziemlichstarken Nordwind verursachten Wellen, theils wegen desbei dem klaren Wetter auf den benachbarten Bergen viel-leicht mehr als gewöhnlich geschmolzenen Schnees. Aufder flachen Kuppe des 1000 Fufs hohen Kaalfield wuchsnoch die Birke, aber ganz auf der Erde niedergeslreckt.Ein ziemlich breites Plateau führte von ihm nach demKj'ülen, dessen Spitze so eng, dafs wir kaum Raumfür uns und das Barometer fanden, und dessen nach We-sten und Norden gehender Grath in der Nähe des Gipfelsso schmal und kantig war, dafs man auf ihnen reitenkonnte. Es war zwei Uhr nach Mitternacht. Die Son-ne stand schon über den Bergen, doch war sie nurvon so geringer Kraft, dafs das Thermometer, von ihrbeschienen, 6,9° C. und im Schatten 6° C. zeigte. Grofsund auflallend ist die Menge der in verschiedener Rich-tung und Höhe gelegenen Teiche, welche man von hier ausund dem Kaalfield auf einmal übersieht, und von de-