632
Pneumatik.
Verhältnisse von 56:61 vermehrt, als das eine Röhrchen in-wendig geölt und dann wieder gereinigt worden war.
6) Geringe Druckhöhen geben zwar beim Ausströmen derGase durch OefFnungen in dünnen Blechen eine gleich gTofserelative Geschwindigkeit, als gröfsere, insofern der Coeffidentdes Widerstandes bei beiden gleich gefunden wird, keines-wegs ist dieses aber bei Ansatzröhren, auch selbst bei kur-zen, der Fall, indem diese jederzeit eine Verzögerung Aeibei-fiihren und den beständigen Coefficienten m geringer geben.Schmidt findet die Ursache hiervon in dem Umstande, dafs dieVermehrung der Geschwindigkeit beim Durchgänge eines Gas-stromes durch ein Ansatzröhrchen nur dann überhaupt statt fin-den kann , wenn die beschleunigende Kraft eine gewisse Gröfseerreicht hat und demnach den unveränderlichen Widerstand,welcher aus der Adhäsion an den Wänden des Röhrchens her-▼orgeht, leichter überwindet. Diese Folgerung beruht indefsabermals blofs auf der Vergleichung der eben mitgetheilten Ver-suche unter sich; eine Zusammenstellung der später zu erörtern-den Beobachtungen von Girard und d’Aubuissost über dasStrömen der Gase in langen, beträchtlich weiten Röhren könntezwar zu einer ähnlichen Folgerung veranlassen, im Ganzenaber ergiebt sich daraus, dafs unter den letztem Bedingungendie Druckfiöhen keinen bedeutenden Einflufs äufsern.
14) Später als die zuletzt beschriebenen Versuche und inder speciellen Absicht, die aus diesen abgeleiteten Gesetze zuprüfen, wurde eine nicht unbeträchtliche Reihe durch Fr. K. L.Koch 1 bekannt gemacht, die derselbe mit einem grofsen undfür diesen Zweck eigends auf öffentliche Kosten verfertigtenApparate angestellt hatte. Die gebrauchten Vorrichtungen warendem von G. G. Schmidt angegebenen Cylinderapparate nach-gebildet, auch wurde im Ganzen diejenige Methode des Expe-rimentirens in Anwendung gebracht, welche Letzterer befolgthatte. Inzwischen hielt Koch die von seinem Vorgänger vor-ausgeschickte , bei der Berechnung der gefundenen Grofsen an-
1 Versuche und Beobachtungen über die Geschwindigkeit undQuantität verdiohteter atmosphärischer Luft, welche aus QefTnungenvon verschiedener Gonstruction und durch Röhren ausströmt, von Fs.K t. Koch. Aua dem ersten Bande der Studien des GöttingischenVereins bergmännischer Freunde besonders abgedruckt, Gott, 1824. 8.