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Polarisation des Lichts.
71. Eine zweite Farben-Erscheinung bietet sich in denFarbenringen dar, die man beobachtet, wenn durch ein-axigeKrystalle ein polarisirter Strahl nach der Richtung der Axedurchgeht. Bhewsteh hat zuerst diese Ringe durch eine sehrumfassende Untersuchung genau kennen gelehrt, aber Biot undSeebeck haben dieselbe Entdeckung, wenn gleich später, ge-macht 1 . Der Doppelspath stellt sie in ausgezeichneter Schönheitdar, aber auch Beryll, Zircon, Saphir , Turmalin und Eis u. a.stellen sie dar. Im ßergkrystall und andern Quarzen verbin-den sich damit andere Erscheinungen und deshalb werden diesehier nicht angewandt 2 . Um diese Ringe leicht und vollkom-men gut zu sehn, läfst man am liebsten auf eine ziemlich gro-fse horizontale Glasfläche oder einige auf einander liegende, un-belegte Gläser, deren sämmtliche Oberflächen parallel sind, dasLicht auffallen, und nimmt die Stellung des Auges so, dafs esdie unter dem Polarisationswinkel zuriickgeworfenen Strahlenempfängt. Man stellt dann vor dem Auge eine mit der Axe desKrystalls parallel geschnittene Turmalinplatte so auf, dafs derLichtstrahl senkrecht auf sie fällt, und giebt ihr, durch Dre-hung in ihrer Ebene, die Richtung, wobei das reflectirte Lichtam meisten verdunkelt erscheint, das ist, wo die Axe des Tur-malins in der Vertical-Ebene oder in der Polarisations-Ebenedes reflectirten Strahls liegt 3 . Wird dann eine Doppelspath-platte, die senkrecht gegen die Axe geschnitten ist, so dafs sieden polarisirten Strahl senkrecht durchläfst, zwischen demSpiegel und dem Turmalin gehalten, so sieht man, indem dasAuge durch den Turmalin und Doppelspath nach dem Spiegel
Untersuchung über die in einigen Kalkspathkrystallen sich zeigendenvielfachen Bilder anführen (Phil. Tr. 1815. p. 270.). Er zeigt, dafses fremdartige Schichten im Krystall sind, die sie hervorbringen,dafs mau künstliche Zwischenschichten machen kann, die im zerschnit-tenen und wieder zusammengefügten Doppelspathkrystalle eben solcheVervielfachung der Bilder hervorbringen. Uie Farben dieser Bilderaber hängen von der Dicke dieser Zwischenschichten ganz nach denhier betrachteten Gesetzen der durch dünne Blättchen hervorgebrach-ten Depolarisation ab (p. 282 ). — Hierher gehört auch Bbewster’sAbh. in d. Phil. Tr. of the Edinb. Soc. VIII. 165.
1 Phil. Tr. 1818. 213. 1814. 202. Biot Traitd IV. 542.
8 S. nr. 114.
S Vergl. nr. 29.