Diinne krystallisirtc Körper. 777
bleibt, um den Weg des Lichtstrahls in der doppelt brechen-den , senkrecht gegen die Axe geschnittenen Platte als in allenFällen gleich anzusehn. Aber für gröfsere Winkel O und fürPlatten von ungleicher Dicke, ist Sin. 2 # zugleich dem in derPlatte durchlaufenen Wege umgekehrt proportional, so dafs,wenn r die Dicke der Platte, p der Winkel ist, unter wel-chem der Weg des Lichtstrahls innerhalb der Platte gegen die
Axe der Platte geneigt ist, Sin. 2 # =—--wird, wenn im-
r • öcc, q
mer von Platten derselben Art die Rede ist. Uebrigens ist p,obgleich der Strahl eigentlich ein doppelter ist, hier sowenigverschieden für beide, dals die Wege =r.Sec. p, als gleichkönnen angesebn werden.
Es ist bekannt, dafs der nach der Richtung der Axe desKrystalls durchgehende Strahl gar keine Brechung und keineSpaltung in zwei Strahlen erleidet; aber der in der Rich-tung AO zum Auge kommende Strahl, für welchen AOD = #Fig.die Neigung gegen die Axe ist, mufs als aus zwei Strahlenbestehend angesehen werden, deren Geschwindigkeiten in derPlatte ungleich waren, =v und =v’. Nun ist bei der dop-pelten Brechung v' 2 —v 2 =k. Sin. 2 # und k eine constanteZahl; daher wenn t, t’ die innerhalb der Platte zugebrachtenZeiten sind, r. Sec. p = v t = v'. t’,
also V 2 — v 2 = r 2 Sec. 2 p ^
= r 2 .Sec. 2 p (t — t’) (" t -f- t' )t 2 .t' 2
oder weil hier t -J- t' so nahe = 2t ist, dafs man
t + t't 2 .t' 2
2
t 7
und daher k.Sin. 2 # =
2.r* Sec. J p (t — Q_2v 3 (t— t)
t 1 r Sec. p r Sec. p
setzen kann, so ist offenbar nh detn Werthe von t — t’ pro-portional oder die Ringe gehn da hervor, wo die Voreilungdes einen Strahls vor dem andern =t — V, die vorhin für nhangezeigte Uebereinstimmung mit den Zahlen jener Tafel hat.Die in dem ungewöhnlichen Bilde sichtbaren Ringe mit demschwarzen Kreuze gehn also da hervor, wo die beiden Strah-len um eine oder drei oder fünf u. s. w. halbe Undulationeneinander vorausgeeilt sind.
Ö
Hieraus läfst sich auch iibersehn,