Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
782
JPEG-Download
 

782

Polarisation des Lichts.

lichem , farbenlosem Lichte.. Eben das gilt für alle acht obenerwähnten Radien.

Die Anwendung auf die im Doppelspathe oder im zweitenSpiegel sichtbaren Bilder läfst sich hieraus leicht ableiten

76. Will man die Intensität des Lichts in den verschie-denen Puncten bestimmen, so sey CP die Richtung der ur-sprünglichen Polarisation , CS die Richtung der Axe des Tur-malin’s, O ein Punct, fiirden die Intensität des Lichts bestimmtwerden soll, PCS = a, PCO = i. Nenne ich nun Fo, Fedie Intensitäten der in dem Krystalle hervorgegangnen Strahlen,

o o o •

so ist Fo = A. Cos. 2 i und Fe — A. Sin. 2 i; aus dem er-sten geht ein im Turmalin ungewöhnlich gebrochener StrahlFoe = A. Cos. 2 i. Sin. 4 (i—«), aus dem zweiten ein unge-wöhnlich gebrochener Strahl Fee = A. Sin. 2 i. Cos. 2 (i — a)hervor, die Summe beider

= A. [Cos. 2 i. Sin. 2 (i—a)-|-Sin. 2 i. Cos. 2 (i — «)]ist die Intensität des uns durch den Turmalin sichtbar werden-den Strahls, und diese ist am kleinsten, wenn 2i=a und amgröfsesten, wenn 2i = 90°-f-a; es ist also bei einer Abwei-chung der Axe des Turmalin’s von der ursprünglichen Polari-sations-Ebene die Intensität des Lichts am kleinsten in derMitte der aus dem schwarzen Kreuze hervorgegangnen Farbenund am gröfsten da, wo i = 45 0 + 4a ist, in der Mitte derin den übrigen Kreistheilen sichtbaren Farben. Die Gleichun-gen für das Maximum und Minimum sind Cos. (4 i—2 a) = —lund = -f- 1. Für « = 0 findet das erstere statt, wenni=45°, i = 135°, i=225°, i = 315° ist, und das letzterefür i = 0, i = 90°, i = 180°, i = 270°. Für a = 90° ist esumgekehrt, für « = 45°, wo die Oc'tanten wechselnde Farbenzeigen , trifft das Maximum der Intensität auf 67°,5, 157°,5 u. s.w.,das Minimum auf 22°,5, 112°,5 u. s. w.

77. Hiermit wäre die ganze Erscheinung erklärt, wenndie Ordnung der Farben sich ganz streng an die Farbenfolgeder Newton’schen Ringe hielte. Im Doppelspathe, der senk-recht auf die Axe geschnitten ist, verhält es sich so, und hierergiebt sich daher, wenn man den Winkel £ für einen Farben-strahl im ersten, zweiten, dritten Kreisekennt, auch der Werthvon & für jeden andern, indem man aus der Ungleichheit derLänge der Undulationen (oder Anwandelungen in der New-ton’schen Theorie) das Verhältnifs kennt, in welchem t — t’