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Polarisation des Lichts.
scheinungen müssen bei jeder verschiedenen Dicke der Platteetwas anders werden, weshalb mir Airy’s Beschreibung, dienur auf einen bestimmten Fall Rücksicht nimmt, eine Unvoll-kommenheit zu haben scheint, die in seinen spätem Betrach-tungen durch die Anwendung der Formeln gehoben wird.
131. Nach dem Eindrücke, den die ganze Folge dieserErscheinungen hervorbringt, glaube ich sie so darstellen zukönnen. Wenn man sich bei den Farbenringen des Doppel-spaths, so wie sie bei einer Drehung des Turmalins auf 45°erscheinen, statt der plötzlich abgebrochenen Ringe der einen
F'S-und der andern Art einen Uebergang nach dem Gesetze der
96 °
'Stetigkeit dächte, so hätte man das Viereck der von Anne
mitgetheilten Figur oder die Form, wie Fig. 121, und da of-fenbar die den abgerundeten Ecken entsprechenden Farben sichebenso aus dem dunkeln Kreuze heraus hervorbilden , so möchteich diese Verbindung der Erscheinungen in den beiden genann-ten Figuren als die am leichtesten zu übersehende angeben.
Und sie stimmt nun auch völlig mit Airy’s Theorie über-ein , welche auf eine sehr angemessene Weise die sämmtlichenErscheinungen verbindet. Airy nimmt nämlich an, dafs diedurch den Bergkrystall gehenden Strahlen in allen Fällen el-liptisch polarisirt sind, dafs diese Ellipsen, welche die Aether-theilchen in ihren Vibrationen durchlaufen, in Kreise übergehn,wenn die Strahlen der Axe folgen , und immer länglicher wer-den, wenn die Strahlen einen gröfsern Winkel mit der Axemachen , daher sie denn, wenn die Neigung der Strahlen ge-gen die Axe gröfser wird, sich von geradlinigen Vibrationennicht mehr unterscheiden. Die zwei Strahlen, die der Berg-krystall in allen Richtungen als doppelt brechender Körperdarbietet, sind also beide elliptisch polarisirte Strahlen undzwar hat die Ellipse bei dem gewöhnlich gebrochenen Strah-le ihre grofse Axe senkrecht gegen die durch den Strahl unddie Axe gelegte Ebene, so dafs bei den sehr schmal werdendenEllipsen die elliptischen Vibrationen in geradlinige Vibratio-nen senkrecht auf diese Ebene übergehn, wie es den Vor-stellungen über den gewöhnlich gebrochenen Strahl gemäfsist; bei dem ungewöhnlich gebrochenen Strahle liegt die grofseAxe der Ellipse in der Ebene des Hauptschnitts. Für beideStrahlen ist das Axenverhältnifs der Ellipsen gleich bei glei-cher Neigung gegen die Krystall - Axe, und schon bei 10°