Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
979
JPEG-Download
 

Aus Thon.

979

Metall selbst siedet. Die atmosphärische Lnft (wie die per-manenten Gasarten überhaupt) verändert ihren Aggregatzustandbei den gröfsten bekannten Hitzegraden nicht, und da ihreAusdehnung den Wärmezunahmen stets proportional bleibt, soist sie hiernach der geeignetste Körper, um als Mafs willkür-lich hoher Wärmegrade zu dienen; allein da ein gegebenes,den Einwirkungen der Wärme auszusetzendes Volumen der-selben allezeit durch einen andern festen oder flüssigen Kör-per eingeschlossen seyn mufs, die gleichzeitige Einwirkungder Wärme auf diesen letztem aber nicht zu umgehn ist, sohat man früher auf ihre Benutzung zu pyrometrischen Werk-zeugen gar nicht Bedacht genommen, und blofs in den neue-sten Zeiten hat es die weit fortgeschrittene Technik möglichgemacht, dieselbe für diesen Zweck zu benutzen.

Die ältern sogenannten Pyrometer, z. B. von Musscheit-broek, Ellicot, Mohtimer, Smeaton u. a., bestehn ins-gesammt aus metallnen Stangen, und dienen nicht sowohl dazu,die Wärme, als vielmehr die Ausdehnung jener Metalle durchdiese zu messen , verdienen also ihren Namen durchaus nicht.Eben daher sind sie bei der Untersuchung über die Ausdeh-nung der Metalle bereits beschrieben worden 1 2 und können da-her hier füglich übergangen werden.

Bei der grofsen Wichtigkeit, verschiedene höhere Gradeder Hitze, z. ß. die Schmelzpuncte der meisten Metalle, diezum Roth - und Weifsglühn, zum Brennen des Porzellans u. s.w.erforderlichen Temperaturen kennen zu lernen, versprach imJahre 1782 die Ankündigung Wedgwood’s 2 einen grofsenGewinn, als derselbe eine eigenthümliche Thonart aufgefundenzu haben versicherte, mittelst deren die höchsten erreichba-ren Hitzgrade gemessen werden könnten. Früher hatte der-selbe versucht, die Intensitäten des Feuers aus den Farbenver-änderungen zu bestimmen, welche dasselbe in Mischungen ausEisenoxyd und Thon hervorbringt, ohne jedoch hierdurch ein

1 S. Art. Ausdehnung Bd. I. S. 560. Vergl. JVarme.

2 Phil. Trans. T. LXXII. p. 305., übers, im Journ. de phys. T.XXX. p. 299. Beschreibung und Gebrauch eines Werkzeugs hoheHitzegrade zu messen u. s w. von J. Wedgwood. Aus d. Engl . Lond.1786. Schon Mortimer äufserte 1744, dafs grofse Hitzegrade durchZusammenziehung von Pfeifenthon mefsbar seyn müfsteu. Phil. Trans.T. XL1V. p. 672.