Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
1032
JPEG-Download
 

1032

Q u e 1 1 e.

so liegen sie doch allezeit etwas niedriger, wie z. 11. derHexenbrnnnen auf dem Brocken, und aufserdem werden dieGipfel der Berge durch die unablässig auf ihnen ruhendenWolken stets feucht erhalten. Insofern Hube die fc^lektriciläthierbei als thätig annimmt, ist seine Ansicht nicht richtig,wohl aber indem er die Wirksamkeit der Wolken anerkennt,die oft von der See herbeigetrieben ihre Feuchtigkeit an denGipfeln der Berge abgeben.

Als Verbreiter der jetzt gangbaren Theorie über den Ur-sprung der Quellen ist wohl de la Metiieiue 1 zu betrach-ten. Nach diesem verdichten die Berge und das an diese gren-zende Land nebst den Hügeln die Dünste, die Bergspitzenhalten die Nebel auf, die Wolken setzen Feuchtigkeit an die-selben ab und das Regenwasser dringt in sie ein, aus wel-chen sämmtlichen vereint wirkenden Ursachen der Ursprungder Quellen erklärbar wird , insbesondere wenn man der Ver-sicherung Glauben schenkt, dafs die Masse Erde , die zur Auf-führung eines Bollwerks oder eines Festungswerks erfordertwird, zur Erzeugung einer perennirenden Quelle genügt. Hier-nach bekennt sich also de i,a Metiieiiie zu der durch H u.-ley aufgestellten Hypothese, indem er aber zugleich im All-gemeinen das Quellwasser mit Mariotte iiir atmosphärischenUrsprungs hält, giebt er noch folgende dabei mitwirkende Be-dingungen an. Insbesondere ist die Beschaffenheit der Erdnrtzu berücksichtigen, auf welche das Wasser der Hydrometeorefällt. Die Kalkerde soll nur wenige Verwandtschaft zu dem-selben haben, der Quarzsand gar keine, weswegen erstere das-selbe nur wenig, letzterer gar nicht zurückhält, durch Thon-lager, selbst gemischte, dringt es aber nicht. Hiernach lliefstein Theil des gefallnen Regens sogleich ab, ein anderer be-feuchtet den Boden, verdunstet und ernährt die Bilanzen, eindritter dagegen dringt ein, wird in ungleicher Tiefe zurück-gehalten und bildet dort eine Art von See, aus welchem dasWasser allmälig am Abhange des Hügels ablliefst. Harte Stein-massen , namentlich die der sogenannten Urgebirge, wirkenhierbei wie Thonschichten und nöthigen das Wasser auf ihrerOberfläche abzufliefsen, die secundären Gebirgsarten dagegensammeln das Wasser in ihren Spalten, bis dasselbe irgendwo

1 Theorie d. Erde. 1797. 2. Th. 8. Th. II. S. 259.