Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
1162
JPEG-Download
 

11(32

Rad.

Mittel der Zeitmessung nicht genügten; man hat aber erst all-malig durch zahlreiche Verbesserungen sie zu ihrer jetzigenVollkommenheit gebracht 1 . Am wichtigsten war die durchHuyghens gemachte Erfindung, das Pendel zur Regulirungder Zeitmessung zu benutzen, die er zuerst 1658 kurz be-kannt machte 2 , als sie aber dem Galila ei vindicirt wurde 3 ,ausführlich beschrieb 4 . Die Erfindung der Taschenuhren, diePeter. Hell in Nürnberg schon im J. 1500 gemacht habensoll, beginnt erst mit dem Gebrauche der Unruhe und Spi-ralfeder und ist zwischen Huyghens und Ron. Hooke strei-tig 5 , als gewifs aber darf angenommen werden, dafs der ersteresie nicht vor 1673 gekannt hat, dagegen findet sich auf einerdem Könige Cahl II. von England überreichten solchen Uhrdie Inschrift: Ron. Hooke inrenit 1658 T. Tompion fecit1675. Auch die pariser Uhrmacher bestritten die Prioritätder Erfindung durch Huyghens , der ein Patent darüber habenwollte, aber nicht erhielt, weil der Abt Hautepeuille sichdie Erfindung anmafste, auch einen Procefs deswegen mit je-nem anfing, ihn aber verlor 6 7 . Nach Leibnitz 7 ist indefsHuyghens der Erfinder und hat diesen Mechanismus 1674durch den Uhrmacher Tuhet in Paris anfertigen lassen.

Unter den verschiedenen Constructionen der Uhren wähleich zur nähern Beschreibung die Taschenuhren, weil ihr Me-chanismus am künstlichsten und der eigenen Ansicht wenigerzugänglich ist, als bei Pendeluhren. Das Werk in den Ta-schenuhren liegt meistens zwischen zwei, durch mehrereFig.Säulen feslgehaltnen messingnen Scheiben, und hat als Haupt-^•theil die in der messingnen Trommel a eingeschlossene Feder,welche durch das vermittelst des Stifts s geschehende Auf-

1 Das Geschichtliche der Erfindung und allmäligen Verbessernngerzählt Marpurger in Horologiographia oder Beschreibung der Ein-theilung und Abmessung der Zeit. Dresd . 1723, auch la IIire iuMem. de l’Acad. 1817. p. 78.

2 Cu. IIugenii Horologium. Hagae 1658.

3 Tentam. Ao. del Cimento . I. p. 20.

4 Cur. IIugenii Horologium oscillatorium. Par. 1673. foh

5 Hutton Dict. T. II, p. 585.

6 Juvbnel dk Carlencas Geschichte der schön. Wissensch. undfreien Künste. Ueb. von Kappe 1752. Th. II. S. 435.

7 Regle artificielle du tems par H. S. (Henri Sully). Wien 1714.

a. E.