Band 
Siebenter Band. N - R.
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Regen,

R e g e fi.

Pluvia; Pluie; Rain:

Mit dem Worte Regen bezeichnet man allgemein dasHerabfallen von Wassertropfen aus der Atmosphäre auf dieErdoberfläche, oder eigentlicher diese Tropfen selbst, solangesie im Zustande des Fallens sind, benennt den Act des Her-abfallens mit dem Zeitworte Regnen und das auf diese Weiseangesammelte Wasser mit dem Namen Regenwässer. Diebeiden ersten Worte werden auch figürlich von vielen Sachengebraucht, die in grofser Fülle, aber einzeln und in Zwi-schenräumen folgend, Vorkommen. Für den vorliegendenZweck ist es unnöthig, auf die letztere Bedeutung Rücksichtzu nehmen, da allgemein bekannt ist, was man unter Regenschlechtweg zu verstehn habe.

A. Ursprung des Regens.

Der Regen gehört zu den Hydrometeoren oder den Er-scheinungen des Herabfallens solcher Substanzen aus der At-mosphäre, die dem Wesen nach aus Wasser bestehn und de-ren Ursprung in der Hauptsache gegenwärtig keinem Zweifelmehr unterliegt, früher aber Gegenstand lebhafter Streitigkei-ten war 1 . Durch die genauere Kenntnifs des Wasserdampfsund Wasserdunstes 2 ist man nämlich zu der Ueberzeugunggelangt, dafs die Atmosphäre sehr allgemein einen ihrer Tem-peratur proportionalen Antheil von Wasser als Dampf oder,bei einem hohem Grade von Sättigung, als Dunst in der Ge-stalt von Wolken oder Nebel enthält, wobei zwar die Dich-tigkeit oder der eigentliche Gehalt an tropfbar-flüssig dar-stellbarem Wasser durch anderweitige Bedingungen auf einsehr geringes Minimum herabsinken kann, meistens aber grofsgenug ist, um die Entstehung der sämmtlichen Hydrometeoregenügend daraus zu erklären. Im Allgemeinen wac man übri-gens schon selbst in den ältesten Zeiten der Meinung, dafs

1 Vergl. Dove in PoggendorfF Ann. XIII. 305.

2 Beide sind bereits im zweiten Bande dieses Werks ausführlichuntersucht worden; aufserdem verweise ich auf den Art. AtmosphäreBd. I. S. 465. und Meteorologie, ßd. VI.