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Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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tung überhaupt abzutrennen, und noch weniger, sie schonjetzt vorauszuschicken, wo ich die Erscheinung des Hauptwer-kes nicht gerade in nächster Nähe versprechen kann. Es habenaber einige Freunde, die von dieser Einleitungsschrist Kennt-niß nahmen, geglaubt, ihr Inhalt werde dazu dienen, man-ches erschütterte Vertrauen der Menschen auf unsere Zukunftwieder zu befestigen, manchen gesunkenen Glauben an dieGegenwart wieder aufzurichten, manchem Gescheiterten in demSchiffbruch dieser Jahre eine Rettungsstätte zu bereiten. Vordiesem Urtheile von Männern, die ich hochzuachten habe, lasseich meine Bescheidenheit schweigen. Könnte die Schrift jenenZweck auch nur in einem kleinsten Maaße erfüllen, so wäreallerdings jeder Tag zu bedauern, an dem sie zu späterschiene.

Mir selbst hat die Gewöhnung an die geschichtliche Betrach-tung der Welt in diesen letzten Zeiten manche heißblütigeErwartungen, die Andere bewegten, frühzeitig abgeschnitten,und dadurch manche Täuschungen erspart; Trost und Auf-richtung hat sie mir nie versagt; so möchten beide vielleichtauch einem Anderen durch diese Mittheilung gewährt werden.Die ungeduldigen Hoffnungen auf rasche politische Erfolge