Demokrati-sche Umge-staltung desStaats u.veiKirche vonEngland.
Liturgie abgeschafft, der Calvinismus in seiner stärksten Feste an-gegriffen werden. Dies entschied den Aufstand Schottlands undden Wiverstand des aus Noth berufenen Parlaments. Wäre da-mals, als die republikanische Partei, die Jndependenten, noch sehrim Hintergründe standen und im Parlament die gemäßigte Presby-terische Partei die Oberhand hatte, die Krone bei ihrer ersten Nach-giebigkeit geblieben, so hätte England eine staatlich-kirchliche Re-form erhalten ohne Revolution und Reaktion. Die willkührlichenGerichte wurden damals aufgehoben, die Habeasrorpusakte ge-sichert, die Steuern von der Bewilligung des Parlaments ab-hängig gemacht, die Forstgesetze verbessert und andere Rechte desnormännischcn Feudalismus, die Abzeichen der Fremdherrschaft undEroberung, die Belastungen desBesitzthums abgestellt. Dem ent-sprach die Veränderung in der Kirche. Schottland ward auf seinenalten Fuß gesetzt und in England ein ähnlicher Zustand eingeführt,wie er noch jetzt in Schottland ist; die Synodalverfassung statt der bi-schöfflichcn, diepresbyterischcLiturgiestattder hochkirchlichcn. Alleinso leichten Kaufö werden so große Veränderungen den Völkernnicht erworben. Es erfolgte ein neuer Bruch zwischen Parlamentund König, und nun ging die republikanische Flut über die ge-mäßigte Partei hinweg. Die europäische, katholisch-absolutistischeReaktion ward hier in dem Augenblicke (1642) von einem gewal-tigen Gegenschlage bedroht, als Oesterreich in Deutschland unter-lag und Richelieu, der starke Begründer der königlichen Allgewaltin Frankreich, starb.
Jetzt schien in England die Zeit gekommen zu sein, wo diedemokratische Entwickelung des Protestantismus Boden greifen,die Ideale der Wiedertäufer, das Reich der Vernunft in Staatund Kirche verwirklicht werden sollte. Es fehlten die feurigen Gei-ster nicht, die sich damals hoffend vorstellten, es würden sich alle