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Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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gegen das auöschlteßendeMonopolsystem, das ihr eigenes zu Hausewar. In den großen Seezügen gegen Karthagena und Panama(1741. 42), die die Abreißring von Merico und Peru zum Zielehatten, erscheint England gegen Spanien über, wie einst Spa-nien zur Zeit der unüberwindlichen Flotte gegen England, und dieRüstung nahm den ähnlichen Ausgang. Schon damals erschrecktedie Seeherrschaft Englands die Welt, und Frankreich sann mitSpanien seitdem auf die Vergeltung, auf die Losreißung der eng-lischen Colonien, selbst auf die Gefahr ihrer eigenen. Der großeSeekrieg von 1755 legte Frankreich diesen Gedanken noch näherals Spanien. Frankreich büßte durch ihn Canada und seine Ma-rine ein. In Ostindien hob sich seitdem der englische Einfluß. DieEngländer schienen jetzt den Welthandel und die Weltherrschaft aufdem Meere anzustreben, wie einst Spanien auf dem Lande. ImGefolge dieser Plane schien die Willkühr nach außen und nachinnen unter der parlamentarischen Regierung ebenso zu wirken wieunter der fürstlichen. Die republikanischen Regungen der Pflanz-staaten wenigstens bekämpfte England mit Mitteln, die jeder Des-potie anstehen würden. Man häufte die Negereinfuhr, um dieZahl der gefährlichen weißen Arbeiter zu mindern. Man war langedem Besitz von Canada ausgewichcn, weil die Nähe der Franzosenbei den Colonien die Anhänglichkeit aufrecht hielt. Wie dann dieFranzosenfurcht seit dem Kriege von l755 die Colonien nicht mehrzurückhielt, während dessen die Amerikaner schon einen Bundcs-vcrfassungsentwurf eingereicht hatten, der ihre Absicht nach mög-,lichster Unabhängigkeit deutlich kund gab, so schritt das Parlament,statt sie versöhnlich zu fesseln, zu einer noch drückenderen Behand-lung, als die war, die schon lange her die Unzufriedenheit gereizthatte. Das Parlament, in dem weder die Amerikaner vertreten,noch ihre Verhältnisse wohl gekannt waren, hatte seit der Revo-lution von 1688 seine Beschlüsse konsequent über die der Colonien