Es ist aus Strabo und Plinius bekannt, daß in altenZeiten zwischen Babylon und Indien ein Karavanenhandclbestand, und vbschon uns über die Austauschartikel desselbennichts Näheres bekannt ist, so läßt sich doch mit Grund ver-muthen, daß von den Jndiern Gold und vielleicht auch Sil-! der dahin umgetauscht wurde.* *)
Weder die Geschichte des Alterthums noch neuere Unter-suchungen unterstützen die Meinung, daß Acgnpten unterhalbder Catarakten jemals Gold- oder Silberbergwerke besessenhabe; dagegen ist aus ganz authentischen Nachrichten bekannt,daß in einer sehr frühen Periode die Tyrier und andere Phö-nizier und in einer spätern die Perser nach Cambyses Erobe-rung jenes Landes von dorther große Quantitäten von beidenMetallen bezogen haben. In der Provinzial-Abthcilung unterDarms Herrschaft bildete Aegypten den sechsten Satrapcn-
mcnien fand man Gold und in Colchis, ingleichen in den an-grenzenden Gegenden Gold, Silber und Eisen. Berühmtdurch Eisengruben und Eiscnarbciten waren dieEhalyber, welcheaus diesem Nahrungszweige ihren meisten Unterhalt gewannen. InKleinasien hatte Troas Gold-Gruben, welche vormals Crösusbaute und die noch im Zeitalter des Xenophon gebaut wurden, aberzur Zeit des Strabo erschöpft und nur noch an den Spuren er-kennbar waren. Auch Erzgruben gab es in Troas, desgleichenauf der Byzanz gegenüber liegenden Insel Demonesiä. Eisen-minen waren in Palastina zu finden. (Reitemaier a. a. O., wo-selbst auch die Quellen dieser Nachrichten angegeben sind.)
A. d. Ü.
*) Der Mctallrcichthum der Perser erhielt erst nach Ausbreitung ihrerHerrschaft in die vorderasiatischen Länder seinen größten Zuwachs,indem in jenen Landern die Gewinnung edler Metalle schon vor denpersischen Eroberungen große Fortschritte erlangt hatte. Auch hi-storische Nachrichten, welche aus diesem Zeitraume sehr sparsam sind,bestätigen dieß von Kleinasien, wo Crösus in Lydicn Bergwerkeunterhielt. So lange die alten Völker Asiens ihre Unabhängigkeitbehaupteten, benützte jedes für sich mit großem Gewinn die Schätzeseines Landes, jedoch nicht ohne häufige Störung durch Feindselig-keiten benachbarter Länder (Reitemaier a. a. O-1. Diese Feind-seligkeiten hörten endlich auf, als Cyrus und sein Nachfolger Cam-byses durch Erbschaft und Eroberung alle Völker jener Gegendenunter eine einzige Herrschaft vereinigt hatten. So lange dieser