Die Kenntniß der Hebräer von andern Weltgegendenscheinen sich. auf Aegr-pten, Arabien und jenen Theil vonCentralasien beschränkt zu haben, welchen man unter demallgemeinen Namen von Chaldäa oder Assyrien begreift.
Jene Gegenden waren in der Civilisation am meistenvorgeschritten und erregten daher die meiste Aufmerksamkeit,während Europa überhaupt, und Griechenland nicht ausge-nommen, als barbarische Länder angesehen wurden, wennüberhaupt ihre Namen bis zu den Jsraeliten gelangten.
Indem wir hiermit die große Seltenheit der edcln Me-talle in Griechenland in dessen frühester Epoche zu erklärensuchten, gehen wir zu der weiter» Betrachtung über, wie sichgleichzeitig, nach Angabe der heiligen Schriften, eine so großeMasse an solchen bei den Jsraeliten nach ihrer Niederlassungin Palästina finden konnte. Die Institution der Archontenin Athen, welche die ersten Fortschritte in der Civilisationbezeichnete, trifft nahebei mit der Epoche zusammen, in wel-cher Saul, der erste israelitische König, in diese Würde ein-gesetzt wurde; allein diese Entwicklung der griechischen Zuständehatte bis zur Epoche der Erbauung der kostbaren TempelSalomons in Jerusalem noch keine großen Fortschritte ge-wonnen.
Salomons Gesetzgebung, welcher Athen seinen nachfolgen-den Flor und endlichen Ruhm verdankt, folgte erst vierhun-dert Jahre nach der Epoche, welche wir betrachten, undLykurg, der spartanische Gesetzgeber, wurde 100 Jahre nachSalomon geboren; sein System der Gesetzgebung war inzwi-schen der nationellen Entwicklung in den Künsten des Frie-dens oder der Ansammlung von Reichthum nichts wenigerals günstig.
Die übrigen Gegenden Griechenlands, als: Böotien, The-ben, Aetholien, Locris, Doris und Achaja, liefern in ihrerkurzen Geschichte nur wenige Notizen, von denen keine derVermuthung Raum giebt, daß selbe früher Fortschritte in derCivilisation, als Athen und Sparta, erlangt haben sollten,und obgleich Macedonien zuletzt Meister von ganz Griechen-land wurde, so erreichte es doch erst zweihundert Jahre nach