Buch 
Ueber Production und Consumtion der edlen Metalle / von William Jacob ; Aus dem Englischen übersetzt, mit Benützung handschriftlich mitgetheilter Verbesserungen des Herrn Verfassers und mit eigenen Zusätzen versehen von C.Th. Kleinschrod
Entstehung
Seite
13
JPEG-Download
 

Bei der geringen Aufmerksamkeit, welche man in dama-liger Zeit auf allgemeine, dem großen Verkehr zwischen ver-schiedenen Nationen zu Grunde liegende Principien richtete,dürfen unpolitische oder selbst unausführbare Verordnungennicht befremden. Frankreich war in der Epoche, die wirgegenwärtig betrachten, so eben von der strengen HerrschaftLudwigs Xl. befreit worden, dessen Regierung mit Gewalt,Grausamkeit und Geiz bezeichnet, und dessen Ziel mehr aufErweiterung seiner Macht, als auf Bereicherung seiner Un-terthanen gerichtet war. Das Scepter befand sich in derHand eines Unniündigen, welcher die von seinem Vater an-gesammelten Schätze verschwendete. Unter andern Handlungenseiner Regierung bezahlte er dem engl. Könige Heinrich VIk.eine Art Lösegeld im Betrage von 7^5,000 Kronen für denRückzug von seinem Einfalle in Frankreich und verpflichtetesich außerdem für die Entrichtung eines ewigen jährlichenTributes von 25,000 Kronen. Hierdurch und mit einemunglücklichen Feldzuge nach Italien vergeudete er seinen Schatzund seine Unterthanen. Der von Ludwig gegründete Vereini-gungsplan aller französischen Provinzen unter ein Oberhauptwar noch nicht vollständig ausgeführt, noch war das Landin kleine und feindlich gesinnte Souverainitäten getheilt.Manufacturen bestanden nur wenige, die Ueberfchüsse an in-nerer Production waren unbedeutend. Die ausländischenErzeugnisse kamen theils aus den Niederlanden, theils vonden italienischen Städten, welche die Luxus-Artikel des Orientslieferten; aus Oberitalien wurde die rohe Seide, aus Englandein Theil der Wolle bezogen, mit welcher die Einwohner sichbekleideten. Die französischen Weine, der einzige Ausfuhr-artikel des Landes, standen so niedrig in den Preisen, daßdie Handelsbalanz mit den übrigen Handelsplätzen Europas,als dem einzigen Welttheile, mit welchem Frankreich verkehrte,sehr wahrscheinlich gegen dasselbe stehen, daher Alles mitWaarsendungen ausgeglichen werden mußte. Diese Betrach-tungen, so wie die Klagen aller französischen Schriftstellerjener Zeit über die Seltenheit des Metallgeldes, so wie diehohen Zinsen für baare Anlehen*) berechtigen zu der Schluß-

*> Philipp IV. setzte die Interessen, welche auf den Jahrmärkten der