trauen für Thatsachen, welche er nach eigenen Erfahrungenanführt und für seine Folgerungen und Combinationen.
Allein in der von demselben angegebenen Summe konntennur jene Vorräthe an edlen Metallen begriffen seyn, welchedie Eingeborncn vor der spanischen Invasion gesammelt hat-ten, indem die den Indianern durch die Nachfolger des Co-lumbus auferlegten Tribute erst nach Ablauf jener Periode inWirksamkeit traten. Qvando sandte erst im Jahre 1802die erste bedeutende Goldlieferung nach Europa, wovon dergrößere Theil mit den meisten Fahrzeugen der Expedition ineinem großen Sturme verloren ging; dieselbe betrug übrigensim Ganzen nicht über 2500 Mark im Gewichte, oder zwi-schen 70 —72,lX>0 Pf. St. an Werth.
Es erscheint überhaupt nothwendig, gegen die übertriebeneSprache der ersten' Entdecker und Eroberer des neuen Welt-theils auf der Hut zu seyn, welche stets unermeßliche Quan-titäten Gold, große Schätze und Reichthümer erwähnen, umdie figürlichen Angaben in ihren Relationen auf das richtigeMaaß zurück zu führen. Nach den Angaben der verschiede-nen spanischen Schriftsteller mag das von den Nachfolgernder ersten Eroberer in der Periode von 1500 bis zu CortczInvasion von Meriko 1519 der so eben angeführten SchätzungHumboldts des jährlichen Ertrages von 52,000 Pf. St. fürdie Zeit von 1492—1500 ohngefähr gleich, aber keinenfallshöher gekommen seyn; dieser Annahme gemäß, stellt sich da-her unsere Schätzung für die Zeit von 1500 bis zur Ankunftvon Eortez etwas niedriger dar, als jene von Humboldt,jedoch übereinstimmend mit den Berichten von Herreraund andern Nachrichten über die Ergebnisse der ersten Er-oberungszüge.
Es ist hier zu bemerken, daß bis zur Invasion vonMeriko Gold allein erbeutet wurde oder wenigstens so un-bedeutende Quantitäten Silber, daß die Geschichtschreiberjener Zeit dessen Erwähnung nicht werth erachteten.
Die erste Invasion von Eortez in das Gebiet von Mexikoerfolgte im Jahre 1519 und ein großer Theil des edlen Me-talles, welches die Regierung jenes Landes bis zu diesemZeitpunkte gesammelt hatte, siel in seine Hände. Die Ge-