ersten Jahre nach der Entdeckung die reichsten." Der Ertragder ersten zehn Jahre laßt sich daher nur nach jenem de.nächst darauffolgenden 23 Jahre, von 1556 bis 1578 bei-läufig beurtheilen, da für diese letztere Periode glaubwürdigeRechnungen vorhanden sind.
Kaiser Karl V. bewilligte seinem berühmten Staatssecre-tär Don Francisco Tomas de les Cobos auf dieZeit von zwei Menschenaltern einen Maravedi für jede inPotost gewonnene Mark Silber. Hieraus entstand die spätereingeführte Abgabe eines Fünftels der Ausbeute. Die CobosrRechnung (die Taxe wurde nach der Person benannt, zu derenGunsten selbe zuerst eingeführt worden) von den Jahren 1556bis 1578 giebt als Betrag der Taxe 9,802,257 Pesos an;folglich mußte die ganze Ausbeute in dem nämlichen Zeiträume49,011,200 Pesos oder Dollars betragen haben, d. i. jährlich2,130,925 Pesos, oder beiläufig 440,000 Pf. St. *)
Die Angaben von Sand oval, Ulloa und Solar-zano, welche auch Humboldt erwähnt, lassen zwar vermu-then, daß Potosi in den frühern Jahren seines Betriebesweit mehr geliefert habe, als hier bemerkt ist; allein wirwiederholen die Bemerkung, daß Jedermann, welcher denältern spanischen Schriftstellern einige Aufmerksamkeit gewid-met hat, ihren Angaben, besonders jenen von runden Zah-len, kein volles Vertrauen schenken wird.
Die von Humboldt angestellten Untersuchungen über denBetrag der Cobos-Taxe von Potosi in den Jahren 1579—1589, woraus der Gesammtertrag dieser Bergwerke sich be-rechnet, verdienen den höchsten Glauben. Es bleibt uns je-doch die Angabe des Ertrags in der ganzen 21jährigen Pe- ,riode von 1579—1600 übrig, welche wir nach genauer Er-wägung der vorhandenen Nachrichten auf beiläufig 29,185,990Pesos, oder auf jährliche 1,389,859 Pesos schätzen, wasohngefähr 280,000 Pf. St. im Durchschnitte gleich kommt.
Wir haben dieser Untersuchung über die Ausbeute vonPotosi mehr Sorgfalt gewidmet, als bei den übrigen Berg-werksbezirken der neuen Welt erforderlich scheint, in Rück-
') Oiccionmi» <Ie Ilsoivnä» Vol. l. p. 102.