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Ueber Production und Consumtion der edlen Metalle / von William Jacob ; Aus dem Englischen übersetzt, mit Benützung handschriftlich mitgetheilter Verbesserungen des Herrn Verfassers und mit eigenen Zusätzen versehen von C.Th. Kleinschrod
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94
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Es kann uns nicht beifallen, die allgemeine Zunahme derGüter innerhalb dieser 100 Jahre nach Zahlen schätzen zuwollen; allein wenn erwogen wird, daß die Bevölkerung Eng-lands in diesem Zeitraume von 3,800,000 auf 5,500,000Köpfe angewachsen war, daß jede Classe dieser vermehrtenEinwohnerzahl ihren Besitzstand und Reichthum vermehrt hatte,und zwar nicht in baarer Münze, sondern in Getreide, Vieh,durch Verbesserung ihres Bodens, ihrer Wohnungen und in-nern Einrichtung, ihrer landwirthschaftlichen Inventarien,Waarenhäuser, Fahrzeuge und Schiffe, mit einem Worte ih-rer reellen Bcsitzthümer aller Art, so ist man zu der Schluß-folge berechtigt, daß diese 5,500,000 Einwohner wenigstenseines verdoppelten materiellen Reichthums gegen jene 3,800,000des vorhergegangenen Jahrhunderts sich zu erfreuen hatten.Hieraus folgt jedoch ferner, daß für den Umtausch dieser sosehr vermehrten neuen Gütermassc, welche größtentheils nichtvon den Producenten consumirt, sondern gegen Geld umge-setzt wurde, mehr als die doppelte Quantität Gcldmünze er-forderlich war um den Umlauf mit Leichtigkeit zu bewirkenund das Sinken der Geldpreise zu verhindern.

Allerdings haben wir bei dieser Betrachtung England vor-zugsweise berücksichtigt. Allein einige andere europäische Staa-ten machten selbst noch reißendere Fortschritte. Dieß war derFall mit Holland, mit den Niederlanden (Flandern) mit denEbenen der Lombardei, mit Elsaß. Auch Frankreich hielt indieser Beziehung wahrscheinlich gleichen Schritt mit England,bis es gegen Ende des Jahrhunderts durch die Ruhmsucht Lud-wig XIV. in Noth und Verarmung gestürzt wurde. Spanienund Portugal schritten langsamer im Wohlstände-fort als jeneLänder, denen sie ihren Metall-Reichthum zusandten. Auchdie östlichen und nördlichen europäischen Reiche machten imAllgemeinen zwar langsamere Fortschritte im Reichthumeals die mehr civilisirten und cultivirten Länder des Südensund Westens, jedoch angemessen den Zuständen, aus denensie sich erhoben.

Bereits hatten sich die Verbindungen zwischen den ver-schiedenen Staaten Europa's so vervielfältigt, daß Gold undSilber mit Leichtigkeit transferirt werden konnten. Mehrere