einen werthvollen Anhaltspunkt für die Abschätzung der Con-sumtion in jenen Ländern, von welchen nur wenige und höchstunvollkommene Thatsachen für unsere Betrachtung zu erlan-gen waren.
Nach den Erhebungen des eben bezeichneten schweizer Ge-lehrten darf das Quantum an edlen Metallen, welches jähr-lich in den Manufakturen und Gewerben von Genf und derganzen Schweiz verbraucht wird, auf beiläufig 350,000 Pf.St. angeschlagen werden; in der Voraussetzung nämlich, daßdas verarbeitete Gold und Silber dem englischen Standard-gehalte gleich kommt. Wir haben gute Gründe für diese An-nahme; auch wurde von wohlunterrichteten Personen erwähnt,daß der größere Theil des verwendeten Goldes aus cinge-schmolzenen englischen Soverains bestehe; dieselben gewährtenzweifelsohne den Manufacturisten den größten Vortheil, in-dem diese Goldmünzen beinahe die einzigen find, auf welchenkein Schlagschatz haftet.
Die bedeutende Gold- und Silber-Consumtion in einemso armen Lande als die Schweiz wird bei der bekanntenThatsache nicht befremden, daß die Genfer Juweliere undUhrmacher auf den großen europäischen und insbesonderedeutschen Messen als glückliche Concurrcnten mit den gleichenArtikeln aus Paris, London und Birmingham auftreten. DieAnzahl der in Neufchatel verfertigten Uhren steht mit dempolitischen Verbände dieses Fürstenthums mit Preußen imZusammenhang, wodurch der Eingang seiner Produkte in dasgenannte Königreich begünstigt ist.
In Baiern ist die Manufaktur von Silberwaaren in Augs-burg von Bedeutung. In München, der Hauptstadt, befin-den sich 16 Goldschmiede und 17 Silberarbeiter außer denJuwelieren und Uhrmachern. Nürnbergs Bergolder-Arbeitenhaben sehr frühzeitig Ruhm erworben; die dortigen Gold-schläger verfertigen viel Blattgold, dessen Qualität alles an-derwärts verfertigte Blattgold übertreffen soll. In Oestreichwerden zwar fremde Uhren wohlfeiler und in weit größererMenge verkauft als die einheimischen, obschon der Kaiser Jo-seph II. französische und schweizer Uhrmacher in bedeutender