Schmuck, besonders für Frauen, in tiefere Classen der Ge-sellschaft herab, als irgendwo.
In den Provinzen Overyssel, Utrecht und Dreuthe be-merkt man als einen merkwürdigen Theil des weiblichenSchmuckes große Platten von Gold oder Silber zur Bedek-kung deS Vorderhauptes, dann Halsbänder, Finger- undOhrringe in verschwenderischer Menge und von ungewöhnlicherGröße und Schwere. Die reicheren Einwohner besitzen vie-les Silbergeschirr und Schmuckgegenstände mannichfaltigerArt nach Verhältniß ihres Ranges und Vermögens. Obgleichbei dem eigenthümlichen Hange dieser Nation zur Sparsam-keit vielleicht weniger absolute Consumtion an edlen Metallenund Modewechsel in solchen Artikeln als in andern GegendenStatt findet, so beschäftigt doch die Lieferung derselben einezahlreiche Classe von Gold- und Silberarbeitern, Juwelierenund Uhrmachern in Amsterdam, Rotterdam, Harlem undUtrecht. In den belgischen Niederlanden insbesondere gabsich seit ihrer Bereinigung mit Holland eine reißende Zunahmedes allgemeinen .Wohlstandes kund, während welcher derGebrauch von Gold- und Silber - Utensilien und Dccora-tionen sich ungemein verbreitete. Welche Folge die seitdemeingetretenen politischen Veränderungen, welche nicht ohneVerbreitung von Elend geblieben sind, in dieser Beziehungäußern werden, mag die Zukunft entscheiden.
Die südlichen Königreiche Spanien und Portugal besaßenin neuerer Zeit nur geringe Quantitäten edlen Metalles inanderer Gestalt als im Gelde. Die Reichthümer der verschie-denen religiösen Institute in diesen Ländern, welche wahr-scheinlich den größeren Theil des BesitzeS der beiden Nationenan Gold und Silber ausmachten, verschwanden meist in denunglücklichen Epochen bürgerlicher Kriege und fremder Inva-sionen. In wieweit Einiges davon in der spätern Zwischen-zeit eingetretener Ruhe wieder gesammelt und ersetzt wurde,läßt sich nicht ermitteln.
In den verschiedenen italienischen Staaten herrscht so großeArmuth unter der großen Masse der Bevölkerung, daß wirden Verbrauch an edlen Metallen auf dieser Halbinsel nicht