Buch 
Ueber Production und Consumtion der edlen Metalle / von William Jacob ; Aus dem Englischen übersetzt, mit Benützung handschriftlich mitgetheilter Verbesserungen des Herrn Verfassers und mit eigenen Zusätzen versehen von C.Th. Kleinschrod
Entstehung
Seite
245
JPEG-Download
 

Werth solchen, für andere Zwecke als zur Ausmünzung an-gewandten Goldes und Silbers überhaupt gestiegen sey, istsehr schwierig anzugeben. Es kömmt hierbei auf die Quan-tität der existirenden Metallmasse dieser Art und auf den Gradder Abnutzung an, welchem sie unterworfen ist. Ueber beideshat man sich schon in Vermuthungen erschöpft; einige schätz-ten den Werth an Gold und Silber in der Form von Uteu-silien und Ornamenten auf den dreifachen, andere auf denvierfachen Betrag des geprägten Geldes. Diese Schätzungenscheinen sich indeß nur auf locale und partielle Gesichrspunctezu beschränken und vorzüglich auf Wahrnehmungen in Eng-land zu beruhen, woselbst allerdings das Gesammtgcwichtan Gold und Silber in verschiedenen Utensilien, jenes desGeldes weit übersteigt. —

Eine nähere Betrachtung der verschiedenen Classen derGesellschaft in diesem Lande mag allerdings zu einiger Unter-stützung solcher Schätzungen gereichen. Sehr wahrschein-lich befinden sich in England 10,000 Familien, bestehend auSbeiläufig 150,000 Individuen mit Einschluß der Kinder undder Dienerschaft, wovon jede solche Familie an Artikeln ver-schiedener Art in Gold und Silber einen Werth blos nachdem Metall-Gewichte von 500 Pf. St. besitzt; nämlich ohneEinrechnung der zusätzlichen Kosten an Taxen, Arbeit, Fa-brik- und Handelsgewinn, welche aus diesen Geräthschaftenruhen. Dieß würde daher einen Gesammtwerlh solchen Bc-sitzthumes, bloß als Bullion berechnet, von 5 MillionenPf. St. betragen, obwohl dasselbe den Eigenthümern mehrals die doppelte Summe gekostet haben mag. Für die näm-liche Classe von Familien nehmen wir einen durchschnittsmäßigständigen Besitz an baarem Gelde von 50 Pf. St. an; dieseSchätzung erscheint verhältnißmäßig hoch in Betrachte, daßdie Familienhäupter im Allgemeinen weit mehr Banknotenals Metallgeld in Händen haben, daß ihre meisten größerenZahlungen durch Orders an Banquiers abgemacht werdenund daß endlich Kinder und Domestiken gewöhnlich nur we-nige Schillinge Baarschaft besitzen. Hiernach erscheint alsoder Besitz solcher Familien an Utensilien in edlen Metallenzehnmahl so hoch als jener in Metallgeld. —