Elektromagnetismus. 147
Höhe und eines Magnets, welcher 30 S* trug, erfolgten dieDrehungen, die dadurch entstehen, dass der Magnetismus derDrahtwinduugen sich jedesmal umkehrt, wenn die Kupferstreifenüber die Scheidewände hingleiten, anfangs langsam, nahmenaber dann bis zu einer Geschwindigkeit von 300 bis 400 in 1Minute zu. Der Apparat licsse sich vereinfachen, wenn manstatt der Drahtwinduugen einen Cylinder von weichem Eisendurch umwundenen Kupferdraht zum Elektromagnete machteund zwischen den Schenkeln des Magnets rotiren liesse. Beijedem Hingleiten über die Scheidewände wird der galvanischeStrom unterbrochen, man bedient sich daher solcher Ma-schinen der zuletzt genannten Art fiir die Anwendung der Iu-ductionsrollen zur mcdicinischen Elcktricität.
Lenz hatte die Gesetze untersucht, wonach ein gewundenerDraht durcli einen Stahlmagnet inducirt wird (Mngnetoelek-trlcität), und es lag daher die Frage vor, ob diese nämli-chen auch umgekehrt bei der Magnetisirung des Eisens durchden Multiplicator in Anwendung kommen. Diese genügend zubeantworten, erforderte sowohl zweckmässige Apparate als auchgeübte Experimentatoren, und es war daher ein Gewinn fiir dieWissenschaft, dass der nämliche berühmte Physiker in Verbin-dung mit Jacobi die Lösung dieses Problems zum Gegenständezahlreicher Versuche machte 1 . Um die Stärke der elektrischenStröme zu messen, bedienten sie sich der Becquerel’schen Waage(s. Multiplicator), die sie nach Anbringung einer wesent-lichen Verbesserung ftir diesen Zweck sehr geeignet fanden;um aber die Intensität des im Eisenkern erzeugten Magnetis-mus zu bestimmen, umgaben sie denselben mit einer zweitenSpirale, welche beim Verschwinden des galvanischen Stromesdurch ihn inducirt wird, und wobei sich voraussetzen lässt, dassdieser inducirte Strom der Stärke des im Eisenkern erzeugtenMagnetismus proportional sey, weswegen es genügte, die Stärkejenes mittelst der Abweichungen einer Multiplicatornadel zumessen. Mittelst dieser Vorrichtungen gelangten sie durch ge-naue Berechnung der einzelnen gemessenen Grössen zu folgen-den Hauptresultateu. Zuerst fanden sie, was früher schonFechnek aus seinen Versuchen als wahrscheinlich gefolgert
1 Bullet, scient. de l’Acad. de Petersb. T. IV. Poggendorff Ami.Bd. XLVII. S. 225. 401.
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