0 76 Sachregister.
gleichzeitig sowohl iu dem Dampfkessel, als auch in der Röhre»ubrachte, durch welche der Dampf, nachdem er seine Wirkungin der Maschine geäussert, hei verschiedenen Loc«motivenausstrürute.
Die latente Wärme der Dämpfe des Wassers, des absolu-ten Alkohols, des Schwefeläthers, des Terpentinöls und des Citro-neuöls ist aufs neue von W. BrIX 1 durch grosse Versuchs-reihen bestimmt worden. Der Apparat, dessen er sich bediente,bestand aus einer Glasretorte mit etwas gebogenem Halse,welche die zu untersuchende Flüssigkeit enthielt und durcheine Weingeistlampc erhitzt wurde. Das Ende de* Halsesward dampfdicht iu ein BIcchrobr gesteckt, durch welches derDampf iu ein cjlindrischcs Küblgefäss init doppelten parallelenWandungen trat, dessen Bestimmung war, das sonst in deuColorimetern befindliche Schiangeurohr zu ersetzen. Letzteresstund iu einem grösseren, mit Wasser gefüllten und durcheinen Deckel verschlosseucu Gefässe; beide aber, uebst einemmit eiucin aufrecht stehendeu Drahte versehenen Metallringe,welcher durch Auf- und Abwärtsbewcgcu zum Umrühreu desWassers diente, waren aus diiunein Messiugblcch verfertigt, umdie geringe Masse derselben desto leichter auf das Wasserdes Colorimeters zu reducircu. Durch den Deckel des,Was-sergefässes trat ciue aufrechtstchcude Röhre des Kühlgefassesmit einem Thermometer, um die aus der Flüssigkeit entbun-dene Luft nustreteu zu lassen und deren Temperatur zu mes-sen ; durch die Mitte des Deckels aber war dos Thermometerherabgesenkt, mittelst dessen die Temperatur des Kühlwassersgemessen wurde. Nach Anbringung aller ausführlich berech-neten Corrigirungcu fand er im Mittel die lateute Wärme vonihrem Siedepuncte au gerechnetdes Wassers = 540° C.,
des Alkohols = 214,25 oder vielleicht richtiger 210,75,des Schwcfeläthers = 89,96.,
des Terpentinöls = 74,04 oder vielleicht richtiger 78,06,des Citronenöls = 79,81.
Die Unsicherheit dieser Resultate schätzt er nicht höher als6°,25 C., und es dürfte sonach die latente Wärme des Was-
1 Poggendorff Ann. Bd. LV. S. 341.