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II. Natürliche Beschaffenheit.
wald, an dessen nördlichem Fuße sie hinzieht, und bei Mindenunter der porta westphalica die Weser überschreitet. Von diesemPuncte an folgt sie dem nördlichen Fuße des durch das Fürsten-thum Osnabrück laufenden HöhenzugeS, und am nordwestlichenEnde desselben, bei Fürstenau ungefähr, wendet sie sich mit einer,einen Busen bildenden Krümmung südwärts und wieder westwärtszur Ems in die Gegend von Rhema, und über den Fluß hln bisBcnkhcim, wo sich die letzten festen Felsmassen nach der Seite derNiederlande zu zeigen. Von dort an bildet sie einen großen undtiefen Busen, indem sie südostwärts hinaufsteigt, südlich von Biele-feld vorbei bis östl. von Haderborn zur Senner-Seide, und dannsüdlich von Hadcrborn am nördlichen Abfalle des oben beschriebenenlangen HöhenzugeS, der das rechte Ufer der Ruhr begleitet, bis zurMündung dieses Flusses in den Rhein hinläuft. Sie streicht vonda, dem Nheinlauf folgend, aufwärts bis zwischen Düsseldorf undzzöln, richtet sich dann wieder west- und nordwestwärts nicht ganzbis zur Mündung der SÜoer in die Maas, geht über die MaaSzwischen Roermonde und Mastricht, und von da über Brüssel undGent zum Teutschen Meere zwischen Dünkirchcn und Lalaio.
Das ganze, nördl. und westl. von dieser Gränzlinie liegendeLand ist ein mehr oder weniger ebener, mehr oder weniger tiefvom Laufe der Flüsse und Bäche elngeschnittener Boden, bestehendaus mächtigen Lagern von Lehm, Gerölle, Sand, Torf und Moor,welche das feste Grundgestein in einer nur an wenigen Punctenergründeten Höhe bedecken, und in mehreren Gegenden Vertie- ,fungen enthalten, die größere und kleinere Seen bilden,^Gis denenKüstenflüsse ausgehen. An den Meeresküsten besteht M überallder Boden aus Sanddünen, welche großen und fortwährend erfol-genden Veränderungen durch Wind und Wellen unterliegen.
Eine merkwürdige Erscheinung in diesen Ebenen bietet diegroße Menge von darin zerstreuten Felsblöcken dar, welche unver-kennbar Trümmer eines größeren granitischen Gebirges sind, undihrer Beschaffenheit nach keinem anderen angehört haben können,als den Gebirgen Scandinaviens. Die Felsblöcke und Nollsteinedieser Art — denn sie finden sich von der Größe einer, auch wohl