1. Gestalt der Oberfläche, e. Nocdteutsche Ebenen. 65
Arendscc durch ein Erdbeben, die im I. 822 erfolgt seyn soll,sind Andeutungen des auch dort nicht zu tief unter den Anschwem-mungen liegenden festen Felsens.
3u wittenborn, unweit Friedland, in Mccklcnburg-Strclitz undan dem großen Miirizsec in Mecklenburg - Schwerin tritt der Krcide-fcls^hervor. Bei Zäockup, bei Lübthan in demselben Lande zeigensich dieselben Erscheinungen.
In dem westlicher gelegenen Theile des Flachlandes sehenwir nördl. von Hannover bei Neustadt am Rübenberge den Grund-fels, Kalkstein, insularisch vortreten. Dort weiter närdl. zwischender Aller, Ilmenau und Elbe, liegt einer der merkwürdigsten Theileder Nordteutschen Ebenen, die Lüncburgcr Seide, eine ungefährzehn Meilen lange von SO. nach NW-, und fünf Meilen breiteHochfläche mit Heidekraut und geringer Waldung bewachsen, san-digen Bodens, und viele Bäche nach allen Richtungen aussen-dend. Man giebt in Nordteutschland den crhöhetcn, und mehroder weniger mit Waid bewachsenen Theilen der Ebenen den Na-men Heide, da das Heidekraut (Lrica vul-;ar!s) fast die in diesenStrichen vorherrschende Pflanze ist. Nicht alle diese Heiden sind fürunwirthbare und unfreundliche Gegenden zu halten. Von der Elbean westwärts giebt es mehrere solche Puncte: die Lrchauer Seidebei Torgau, die Dübcner Seide zwischen Leipzig und Wittenberg,die recht freundliche Waldpartieen an Höhe und Thal enthält, dieHeide südwcstl. von Dessau mit der Seidcbura. Die LüneburgerHeide zeigt als Landhihe das Bemerkenswerthe, daß das Streichenihres Rückens nach der längsten Erstreckung von SO. nach NW.gerichtet ist, also parallel mit der großen Eebirgsrichtung vomBöhmerwalde durch den Thüringer- bis zum Teutoburger-Waldu. s. w.
Am nordwestlichen Ende der Heide, bei Lüneburg selbst, sehenwir abermals eine Felseninscl aus dem Sandmccr emporsteigen,den sogenannten Ralkbcrg bei dieser Stadt, mit welchem ein be-deutendes Gypslager über die Ebene hervorragt.
Dieselbe Erscheinung erneuert sich zehn Meilen weiter nord-wärts be! Scgcbcrg in Holstein, von welchem westl. sich auch eine