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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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II. Natürliche Beschaffenheit.

Gewässer seiner südlichen und südwestlichen Theile aufnimmt. Sieentspringt aus zwei Quellen am Böhmerwalde; die nördlichere,warme Moldau, liegt östlich vom Lusenberg, die südliche, kalteMoldau, nördlich vom Dceiseffelstein; beide vereinigen sich am öst-lichen Fuße der Kette in der Westspitze des Budweiscr Kreises,und von da an fließt die Moldau längs dem Fuße dieses Gebirgesparallel mit seinem Zuge, und die kleinen Gewässer desselben r.aufnehmend bis gegen S. von Noscnbcrg, wo der Gebirgszugsich nach O. und NO. wendet. Links nimmt sie auf diesemWege unter anderen kleinen Bächen die Vlsch auf. Ueber Nosen-berg wendet sie sich erst nach O., und dann scharf gebrochen nachN., und behält, einige Krümmungen abgerechnet, diese Haupt-richtung bis Budweis. Bei Krummau fällt ihr l. die So'r zuaus dem Lissiwald, und weiter nördl. l. der Bcrlbach, in Budweisr. die Maisch, die auf der Gränze des Oestecrcichischcn Mühlkrciscsentspringt, und r. mehrere Zuflüsse auS dem Oesterreichisch-Böh-mischen Gränzgcbirge erhält, darunter die Strobnitz von Grützenher. Von Budweis geht die Moldau in unveränderter Richtungmit nur kleinen Ncbenbächen bis Moldauthein, wo sie sich nachNW. wendet und r. die Luschnitz aufnimmt. Dieser beträcht-liche Nebenfluß hat unter den überhaupt seltsam gekrümmtenBöhmischen Flüssen den seltsamsten Lauf. Seine entferntestenQuellen liegen in Oesterreich, in dem Viertel ob dem Mannhards-berge, in einem großen Halbkreise von den Hohen zwischen Frei-stadt und Weitra an bis zu der Gränze mit dem Taborer Kreisesüdl. von Ncu-Fistritz, durch den hier vielfach gekrümmten Zugder Gebirgskette von den Quellen der Thaya geschieden. Sievereinigen sich bei Gmünd, und gehen nordwestl. in den BudwcisecKreis, und von da mit dem Namen Altbach in den See zwischenrvittingau und Lomnitz, und durch diesen in gleicher Richtungnach Wessely. AuS den vielen, in dieser Gegend liegenden Seenkommen der Luschnitz l. Nebenbäche zu. Bei Wessely selbst er-hält sie einen großen Zufluß r. in der tkescharka, die in N. deSHcadiskobergcs an der Mährischen Gränze entspringt, durch dieSeen bei Drossowitz gegen W. läuft, dort viele Zuflüsse l. und r.besonders einen beträchtlichen bei Neuhaus l. empfängt, und sich