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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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143
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2. Wasservertheilung. e. Zuflüsse z. Teutschen Meere. 143

schwankendes Moor, dessen nicht zahlreiche Bewohner sich durchihre altfriesische Sprache und eigenthümliche Sitten auszeichnen;die Lcda heißt dort auch die Satcr-Lmo. Ihr fallen r. dieSocste von Klopcnburg mit der Lohe und vccne zu, dann l. das<l>lde Dicp, und weiterhin wieder r. die Iummc mit der Aue undIne und vielen kleinen Zuflüssen, aus den sich von Oldenburg nachNW. erstreckenden Mooren.

Nach Aufnahme der Lcda fließt die dort sehr breit ^Meile werdende Eins noch Eine Meile weit nach N., dann beugtsie sich allmählig nach W-, und füllt südl. von Emden zwischenden Dörfern Pagum und Borsum in den DoUart, dessen wir obenausführlich gedacht haben. Nördlich von der Mündung im Dot-iert selbst liegt die kleine Insel Neffe, der Ueberrest des durch dieFluthen zerstörten Ncsserlandco. In Emden selbst mündet ein-stenwasser, das seine Zuflüsse von mehreren Seiten, besonders ari-dem von Aurich kommenden Lanal, zieht, und aus dem kleinenSee, daS woltmcr Meer genannt. Außerhalb des DoUart gehtdie Lmo noch durch einen gerade nach N. gerichteten, über EineMeile breiten Busen, und theilt sich außerhalb desselben in zweiArme, die Ostcr-Lmo und Weiber-Lmo, welche die Insel Borkummit ihren Sandbänken zwischen sich haben.

Dcwäffcr zwischen den iNündungcn der Lmo und des Rhein.

In Westen der Mündung der Lmo liegen die Niederländi-schen Provinzen Groningen, Drenthe und VrieSland (West-Fries-land). Diese enthalten eine Gegend, von welcher man fast sa-gen möchte, daß in derselben aller natürliche Wasserlauf aufhört,oder wenigstens kaum wahrnehmbar ist; daher man im Zweifelbleibt, zu welchem Stromgebiete man diese Gegend zu rechnen hat.Zwar scheint sich durch daS Land eine Wasserscheide zu ziehen,welche die dem Rhein oder seinen natürlichen und künstlichen Ar-men zufallenden Gewässer von denen trennt, die dem TeutschenMeere unmittelbar zufallen. Aber diese vermeintliche Wasserscheideist nicht wohl zu einer Abtheilung der Flußgebiete zu benutzen,weil nicht nur dort die dem Meere zufallenden Gewässer durchCanäle vielfach mit den dem Rhein zufallenden verbunden sind,