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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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145
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2. Wasserverkheilung. e. Zuflüsse z. Teutschen Meere. 145

Henke.Meer, unweit Lemmer, steht wieder mit der Lc in Verbin-dung durch einen kleinen, zwischen beiden liegenden See. Fernerfließt aus Friesland in die Zuydersee die Ruinder, bei dem Ortegleiches Namens; sie kömmt aus dem Hoch-Been, westlich vonAssen. Endlich könnte man noch hieher rechnen den Ausfluß beiBlockzyl in Dvcrysscl, der mehrere zum Theil ziemlich fern her-kommende Gewässer und die Abflüsse der Seen in Uollcnhodenvereinigt. Die weiter südlich ausgehenden Flüsse möchten wirlieber zum Nhcingebiete ziehen, und werden sie bei diesem auf-führen.

Ehe wir zum Gebiete dcS Rhein übergehen, müssen wir nocheiner Eigenthümlichkeit gedenken, die sich in dem Laufe der dreiöstlichen Hauptflüsse von Nord - Tcutschland zeigt, in dem derWeser» Elbe und Oder. Eine Eigenthümlichkeit, welche die Vor-stellung abnöthigt, daß die Gestalt der Oberfläche da, wo dieNordteulschen Ebenen beginnen, in einer uralten Zeit von der jetzi-gen Gestalt sehr verschieden gewesen seyn muß, und daß mit der-selben, entweder allmählich oder durch eine Katastrophe, eine Ver-änderung vorgegangen ist, welche auch den Lauf dieser Flüsse ab-änderte. Sehr merkwürdig ist der Umstand, daß die erfolgte Ver-änderung so gleichförmig, wie der Augenschein darstellt, auf jedendieser Flüsse gewirkt hat.

Dieses eigenthümliche Verhalten wahrzunehmen war nichtschwerer, als das Mittel, ein Ei auf die Spitze zu stellen zufinden ist; ein Blick auf die Karte konnte es entdecken. Indessenhat man die erste Wahrnehmung desselben, und das erste Hin-weisen auf dasselbe dem Beobachtungsgciste und Scharfblicke des,leider in der Blüthe seiner Jahre der Welt entrissenen, trefflichenGeognosten Friedcrich Soffmannzu danken (Gilbcrt'o An-nalen Bd. 76. (16) S. 61). Die Sache ist folgende.

Die Hauptrichtung dieser drei Ströme wird durch die Haupt-richtung des GcbirgSsystems oder der Gcbirgszüge bestimmt, welcheden östlichen Theil Teutschlandes von dem westlichen scheiden. Esist oben gezeigt worden, daß diese Richtung die des Böhmerwaldes,Thüringcrwaldes und seiner Fortsetzungen bis in den TeutoburgerWald u. s. w. ist, welcher Richtung auch das Böhmisch-Schle-

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