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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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157
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2. Wasservertheilung. e. Zuflüsse z. Teutschen Meere. 157

und dem See durch, dem letztem parallel; da erhält sie am nord-westlichen Ende des Niesen den gewaltigen Zufluß der Simmcn,der sie näher nach dem See hin drängt. Die Simmcn zieht ihreersten Zuflüsse aus der großen Gletschermasse der Haupt-Alpen-kette zwischen dem Gcltenhorn und Näzliberg, aus den sogenann-ten Sieben Brunnen, davon sie die Sieben oder Simmcn genanntworden ist. Sie fließt durch das obere Simmenthal nach Ober-Ried, Lenk, Matten bis Zweisimmen, wo ihr l. die kleinereSimmc von der Wasserscheide des SaanenlhalS her zufällt. Vonda an abwärts wird das Thal das untere Simmenthal genannt.Die Simmcn durchstießt es in einem großen Bogen von S. nachN. und dann von W. nach O. Im untersten Theile desselben,Wo die Spitzen des Niesen und des Stockhorn sich gegenüberstehen, unter dem Dorfe Erlenbach, nimmt sie den Lhrrclbach vornGfür, nebst einem Bache vom Mänlibcrg, auf, und wendet sicham Niesen hin nsrdwestl. zur Lander, die sich nicht weit vondiesem Zusammenflüsse in den Thuncr Scc ergießt, und zwar durchkünstliche Leitung. Die vormalige Mündung der Lander in dieAar war weit unterhalb des SeeS und der Stadt Thun, in derGegend von Heimberg. Große, durch Ueberschwemmung wiederholtverursachte Beschädigungen veranlaßten im I. 1714 die Regie-rung, dem Flusse mittelst Durchgrabung des Berges bei Stracht-lingen den jetzigen Abfluß In den See zu verschaffen. Bei Thunverläßt die Aar den See, und bildet sich auf das neue zum Flusse,gegen NW. ziemlich gerade auf Bern zugehend. Unter Thunnimmt sie r. den Zulg auf vom Hohgant und einige kleinere Bäche,und l. den Darbcnbach vom Gantrisch und Stockhorn. Die Aartheilt die Stadt Bern in zwei Theile, deren einer auf der Hoch-terrasse liegt, deren Fuß der Fluß umkreist, der andere an seinemniedrigeren User. Nachdem sie Bern verlassen hat, nordwärtsfließend, macht sie eine beinahe rückläufige Krümmung, um zweibis drei Meilen weit westwärts zu fließen; die Bäche, die ihrdort r. von Wolligen her und über Bremgarten zufallen, scheinennicht ohne Einfluß auf die Krümmung ihres Laufs zu seyn. Dieneue Richtung aber bleibt der Aar, nur bis ihr l. der mächtige Zuflußder Saanc, des HauplflusseS des CantonS Freiburg, zukommt.