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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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III. Teutschlands Bewohner.

die Landstände keinen Beitrag versagen zu einem Zwecke, fürwelchen die Bundes-Versammlung das allgemeine Aufbringen vonGeldmitteln von Seiten der Bundesglieder für nöthig erklärt undbeschlossen hat. Ueber Anforderungen, die vom ganzen Bundeausgehen, steht daher den Landständen der einzelnen Länder keineBeurtheilung und nicht das Recht der Berathung zu.

Große Verbesserungen hat seit Errichtung des Bundes daSKriegswesen der einzelnen Teutschen Staaten, und dadurch dasdes ganzen Bundes erhalte». Die ehedem fast überall üblichenWerbungen sind in diesen Ländern abgeschafft, und sowohl dieHeer« der größeren, als die Truppen-Contingente der kleineren Bun-desländer bestehen nicht mehr aus zusammengerafftem Gesinde!,da- oft von der schlimmsten Art war, nicht mehr aus Fremd-lingen, denen das geborgte Vaterland, oder vielmehr Dicnstlandkeine Theilnahme einflößte. Die Einführung der Lonscriptisn,nach welcher jeder Staatsbürger Soldat seyn soll, die jeden Ein-wohner zur Vertheidigung seines besonderen und des allgemeinenBundes - Vaterlandes aufruft, bildet kleine, aus treuen Bür-gern zusammengesetzte Heertheile, und kann und wird den Grundzu einem Bundesheere legen, das nicht an die vormalige übel-berufene ReichSarmee erinnern wird; sondern durch die dabei be-stehenden Einrichtungen, durch die vom Bunde angeordneten, durchtüchtige Heerführer oft vorzunehmenden Musterungen, dahin ge-bracht werden kann, den wvhlorganisirten und wohlgeübten Heerender größeren Mächte ähnlich zu werden.

Gewerbe und Handel haben in Teutschland verschiedene mehroder weniger günstige Perioden durchlaufen. Die glänzendeste, inwelcher auch die Städte das bedeutendeste politische Gewicht hatten,war das vierzehnte und fünfzehnte Jahrhundert, die Zeit derHansa. Während derselben war der Teutsche Handel blühend imN. und im S-, und mit ihm blüheten alle Gewerbe im Innerndes Reiches. Unter den Städten des südlichen Teutschlandes ge-nossen in jener Zeit mehrere des glänzendesten Wohlstandes, undhäuften große Reichthümer auf, beförderten auch Kunst und Wissen--schast. Vornehmlich galt Beides von Augsburg und Nürnberg.