III. TeutschlanbS Bewohn«.
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Noch sey uns ein flüchtiger Blick verzinnt auf den Cha-rakter des Teutschen Volkes im Ganzen, und auf die Eigen-thümlichkeiten, die sich hie und da in seinen einzelnen Theilen b»°merklich machen.
Redlichkeit und Tapferkeit sind von jeher alS Hauptjüge d«STeutschen Charakters anerkannt worden.
Die Teutschen waren ursprünglich ein durchaus kriegerischesVolk. So haben sie sich zuerst den Römern gezeigt, welchen eSnie gelang sie ganz zu unterwerfen. Mehrere Jahrhunderte hin-durch ist auch sowohl die Neigung alS die Geschicklichkeit zumKriege die ausgezeichneteste Eigenschaft der Teutschen geblieben.Aber die Getheiltheit dieses großen Volke- in mehrere Stämme,die frühzeitige Sonderung dcS Interesses jedes einzelnen TeutschenLandstrich- und Gaues von dem der übrigen; der Mangel anMitteln den Gesammtbund fest zusammen zu halten, verursachtendaß diese einzelnen Theile sich unter sich selbst bekriegten, unddaß KriegSthaten der Teutschen gegen das AuSland zu den selte-neren Erscheinungen in der Geschichte gehören. Außer den erstenVölkerzügen finden wir solche nur in den Kriegen Karl- deS Gro-ßen, den Kriegen gegen die Ungarn und Türken, in den Kreuz-zügen und den Kriegen der Hohenstaufenschen Kaiser. Erst dieneuere Zeit macht hiervon eine Ausnahme. Auch Eroberungenhaben die Teutschen in ihrer Gesammtheit, außer dem Lombar-dischen Reiche, Preußen und Bestand, keine gemacht.
Dennoch sind aus dem Teutschen Volke Männer von großenkriegerischen Talenten, durch glänzende Waffenthaten bewährt, her-vorgegangen, von den ältesten bis auf die neuesten Zeiten. DieMeisten bedeutenden Heerführer gehören dem Fürstenstande unddem hohen Adel an, doch sind auch einige aus anderen Ständenzu gleichem Ruhme gelangt. Wir nennen nur einige der berühm-testen Namen.
Die Teutschen Kaiser und Könige, Rarl der Graste, Hein-rich I., cvtto 1., Friedcrich I., Rudolf l., Adolf, Ludwig iv., ferner5rondsbcrg, Schcrtlin, Schrveppmnann ; die Kurfürsten von Sach-sen Sriederich der Streitbare und Mari;, Herzog Dernhard von