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Teutschland nach seiner natürlichen Beschaffenheit und seinen frühern und jetzigen politischen Verhältnissen / von K. E. A. v. Hoff
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IV. Historisch« Entwickelung ,c.

terer Vertheilung nicht genug gefunden wurde. Für Einige wurdendie Entschädigungen auf die sogenannte Rhcinschifffahrts. Dctropgelegt, d. i. auf den Ertrag der Rheinzolle, deren Aufhebungobgleich sie früher im Frieden beliebt worden war doch nichtdurchgeführt wurde.

Bon den Reichsstädten erhielten Augsburg, Frankfurt undÄamburg Rechte und Einkünfte geistlicher aufgehobener Stifter inihrem Umkreise und Gebiete. Nürnberg wurde zu einem Ver-gleiche mit Preußen über sein Gebiet verwiesen; Lübeck wurdefür den an Mecklenburg abzutretenden Bezirk mit einem zum BiS-thum Lübeck gehörenden entschädigt, und Lrcmcn mit der vonKurbraunschweig ausgeübten Hoheit über den Flecken' Vegesack undeinem Bezirke vom Herzogthum Oldenburg.

Das Teutsche Reich war durch den Lüneviller Frieden umEintausend zweihundert Quadratmeilen Landfläche und gegen vierMillionen Einwohner verkleinert worden. Seine alte Eintheilungzerfiel ganz, von der Verfassung der Kreise, deren einer ganz unddrei andere zum Theil verloren gegangen waren, war keine Redemehr. Die ganz besondere Eigenthümlichkeit diese- BundeSstaates,die Bischöfe als Landesherren, war verschwunden bis auf ein ein-ziges Beispiel wie in Italien. Sonst hatte dir Verfassung un-gefähr die alte Gestalt. In tiefem und lange dauernden Friedenhätte dieselbe vielleicht sich noch eine Zeit lang erhalten; aber die-ses LooS war ihr nicht beschicken, die Aufforderung zu offenerTrennung dcS gemeinschaftlichen Bandes, für welche- die Theil-nahme der einzelnen Glieder gänzlich erloschen war, erschien nur> zu bald, und drei Jahre später war das Reich nicht mehr.

Das Anwachsen der Macht des von Napoleon zum Kaiser-thum erhobenen Frankreichs, das Umsichgreifen dieses großen Er-oberers in Italien, die von ihm in Folge des Kriegs mit EnglandUnternommene Besetzung der Kurbraunschweigischen Lande erregtenim I. 1805 den Krieg zwischen ihm und Oesterreich, den derFriede zu Preßburg endigte.

Dieser Friede brachte neue Veränderungen in die Verhält-nisse und den Besitzstand mehrerer Teutschen Fürsten. Die Kur-fürsten von Baicrn und würtcmberg, die aus französische Seite

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