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General
vom Fitzroyflussbis zur Spitze des Carpentaria- Golfs in bewaldeten und belebten Höhenzügen durch-adern und weit in den Süden hinein, bis zum Breitengrade des Gascogneflusses, oderselbst darüber hinaus, sich erstrecken müsse, und dieser fruchtbare Saum die Scheide-wand zwischen Sturts Wüste und dem Carpentaria- Golf zu bilden scheine.Haugh, ein Deutscher, ist gegenwärtig im Begriff, von der britischen Regierung aus-gerüstet, das Werk Dr. Leichardts, der in dem Wüstenmeere Australiens seinem Forschertriebe als Opfer fiel, wieder aufzunehmen und jenen ungeheuren Saum, auf demhalb Europa Platz nehmen könnte, näher zu untersuchen, und für das Gelingen desganzen Planes sprechen die Zähigkeit des Willens des Hrn. Haugh, und ausgezeichneteGeologen, Mathematiker, Geographen und Mechaniker, die sich ihm bereits angeschlossenhaben. Die Gewässer Australiens sind eben noch unvollkommen bekannt und ge-Ersterem fliessen von demhören theils dem Grossen, theils dem Indischen Ozean an.ost- australischen Berglande nur Küstenflüsse zu, unter denen der Brisbane , der Logan,Hastings, Manning, Hunter( mit dem Goulburn), der Hawsbury und Shoalhaven diebedeutendsten sind. Dem letzteren gehört das Stromsystem des Darling und Murray,Die Fluss - und Strom-der Schwanenfluss, der Gascogne, Victoria und Lynd an.systeme selbst sind höchst unausgebildet und ungünstig gestaltet; es fehlen ihnen diefesten Quellen, die Abgrenzung des Laufes, die Bildung des Thales und an manchenStellen selbst die eines Bettes; daher auch das periodische, aber regellose Versiegenund Anschwellen derselben. Fast alle stürzen aus der Höhe ihres Quellgebietes inDie Mündungengrossartigen Katarakten herab, und gelangen so in den Unterlauf.sind bei vielen unverhältnissmässig grosse Busen, bei andern Seen, die vom Meereaus fast unzugänglich sind. Die Stromentwickelung beträgt am Darling, von derQuelle des Peel an gerechnet, 1,200(?), am Murray 800 M.(?); das Stromsystembeider, nach den neuesten Entdeckungen ihrer Zuflüsse, über 22,000 Qu.-M.
Die
Insel Van Diemens Land oder Tasmania, das südliche Vorland Australiens , und durchdie Bass- Strasse vom Festlande getrennt, hat 36 M. Länge, 33 M. in der grösstenBreite, und umfasst einen Flächenraum von 1,150 Qu.-M. Die Insel ist durchgängighoch; die Küsten derselben steigen überall jäh empor zu einem aus drei Ketten be-stehenden Berglande; die Bergketten ziehen von SO. nach NW., umschliessen zweiDas KlimaHochebenen, und erreichen im SW. mit 4,700 ihren höchsten Gipfel.Australiens ist überwiegend ozeanisch; der Süden ist ungemein mild, angenehm undgesund, im Norden herrscht die Schwüle der Tropen, und beträgt daselbst die mitt-
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lere Temperatur+270 C.
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von
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In West- Australien, zu Perth , unter 320 S. Br., beträgtdie mittlere Temperatur des Jahres 200,3; in Ost- Australien in der Cumberland- Ebene,unter 340 S. Br.,+180, und zu Hobardtown auf Vandiemensland, unter 430 S., nur110,3.Der Unterschied zwischen Winter und Sommer, an allen diesen Orten, beträgtnur 120.Im tropischen Australien ist der Verlauf der Jahreszeiten von den Mon-suns abhängig, welche vom April bis Oktober aus SO., vom Oktober bis April ausNW. wehen. Letzterer bedingt die nasse, ungesunde, der SO.Monsun die trockeneund gesunde Jahreszeit, während welcher nur der Thau die Vegetation zu erhaltenvermag. Der gemässigte Theil Australiens liegt im Gebiete der veränderlichen Luft-strömungen, in welchem die NW. Winde vorherrschen, doch werden die Küstenländermeistensozeanischen Winden getroffen. In Ost Australien sind die NW. Windewahre Gluthwinde, doch halten sie wie lange an, sind fast nur auf den Sommer be-schränkt, und enden stets mit einem heftigen Donner- und Hagelsturm, auf den dannsogleich ein rauher SO. Wind folgt. Die wässerigen Niederschläge fallen in Austra-lien ungemein sparsam, und die Trockenheit und Dunstfreiheit der Atmosphäre, inFolge welcher Luftspiegelungen sehr häufig beobachtet werden, ist für das Land cha-rakteristisch. Es giebt Gegenden, in denen es Jahre lang fast gar nicht regnet.Ost- Australien bringen die Ostwinde Regen; der meiste Regen fällt im Frühling( Sep-Im S. undtember bis December) und Herbst( März bis Mai); weniger im Sommer.auf Vandiemensland sind Winterregen vorherrschend, besonders wenn die herrschendenGewitter sind im Som-Westwinde durch Stürme aus Osten unterbrochen werden.mer sehr häufig, und eine Eigenthümlichkeit des Landes sind die verheerenden Hagel-
stürme.
In
Ozeanien oder die Australischen , im Grossen Ozean verbreiteten Inseln zerfallenin zwei Hauptgruppen, deren erste, als eine Reihe den Kontinent begleitender hoherGebirgsinseln, den Binnengürtel oder die west- australische Inselreihe, die zweite, öst-licher gelegene, den Aussengürtel der australischen Inseln bildet.
Der Binnengürtel, welcher die Nord- und Ostseite Australiens umgiebt, vomAequator bis zum 550 S. Br. sich ausdehnt und eine Längenerstreckung von 1,100 M.hat, umfasst in seinen Inseln einen Flächeninhalt von 15,300 Qu.-M., und enthält,von N. nach S. gezählt: Neu- Guinea, die grösste Insel der Erde ( 10,800 Qu.-M.); dieLouisiade, eine Reihe kleiner Inseln; den Archipel von Neu- Britannien , 330 Qu.-M.( Neu- Britannien, Neu- Irland, Neu- Hannover und die Admiralitäts- Inseln); den Salo- - Archipel; die Inselgruppe Santa Cruz; die Neuen- Hebriden( auch Heilige- Geist-
mons-
Inseln oder grosse Cykladen genannt); Neu- Caledonia, 350 Qu.- M.; die Kermandec-Inseln; die Doppelinsel Neu- Seeland , 2,900 Qu.-M.( durch die Cooksstrasse getrennt,im N. Ikanamavi, im S. Tawaïpunammu); die Lord- Auckland- Inseln, und die Mac-quarie- Gruppe. Sämmtliche Inseln sind hoch, und tragen auf ihren Rücken die Essentheils erloschener, theils noch brennender Vulkane.
Der Aussengürtel der australischen Inseln erstreckt sich zu beiden Seiten desAequators , vom 1500 bis 2500 0. in einer Länge von 1,500 M. über den Grossen Ozean,und enthält nur kleine Eilande von runder, oft völlig kreisförmiger Gestalt, die theilshoch, theils niedrig sind, und zusammen nicht über 500 bis 600 Qu.-M. umfassenmögen. Die hohen Inseln dieses Aussengürtels zerfallen in die Gruppen: der Maria-nen oder Ladronen, einer Reihe von Inseln, die von N. nach S. hintereinander liegen;des Sandwich- Archipels, dessen einzelne Inseln eine von WNW. nach OSO. streichendeReihe bilden( mit O' Waihi); der Navigators oder Schiffer- Inseln; des Fidji - oder Viti-Archipels; der Societäts- oder Gesellschafts- Inseln( mit Tahiti ), und des Mendana-Alle dieseArchipels( welcher aus den Marquesas - und Washingtons- Inseln besteht).Inseln erheben sich, zum Theil sehr bedeutend, über die Meeresfläche; die höchste istO'Waihi, die im Mauna Koah 12,804( nach Wilkes 13,092'), im Mauna Roa 14,196'( nach Wilkes nur 12,910) aufsteigt; die nächste Tahiti , die im Tobreonu 11,500' Höheerreicht. Alle sind durch vulkanische Kräfte aus dem Schoosse des Meeres emporge-hoben, und auf mehreren derselben sind die Vulkane noch in Thätigkeit, auch sinddie meisten vonKorallenriffen und Bänken umgeben. Die niedrigen Inseln desAussengürtels zerfallen in die Gruppen: der Carolinen; des Lord Mulgrave's Archipel( welcher aus den beiden Inselketten Ralik und Radak, und dem Gilberts- Archipel be-steht); der Tonga - oder Freundschafts- Inseln; des Cooks- Archipel, und des Archipelsder niedrigen Inseln. Sie sind sämmtlich das Erzeugniss von Korallenthieren, die sichauf den Kraterrändern gesunkener Vulkane anbauten, und die meisten derselben sindso wenig über die Meeresfläche erhoben, dass man sie nur gewahr wird, wenn mansich in ihrer unmittelbaren Nähe befindet. Obwohl in der Tropenzone gelegen, istdas Klima sämmtlicher Inseln, durch die ungeheure Fläche des Ozeans gemildert, ausser-ordentlich lieblich, und herrscht auf ihnen ein ewiger Frühling. Die hohen Inselnzeigen eine üppige Vegetation, die niedrigen dagegen sind, wegen mangelnder Damm-erde, ungemein arm an Vegetabilien, obwohl sie Kokospalmen und Brodfruchtbäumevon ungeheurer Grösse tragen.
Die Organismen der Plastizität.
Die Pflanzen bilden das unterste Reich der sekundären Organismenunseres Planeten, und halten gewissermassen das Mittel zwischen den Mi-neralien, den schweigenden, verschlossenen Bildungen des erstarrten Erd-innern, und den flüchtigen, unruhigen, sich und alles andere Leben ver-zehrenden Thieren. Während die primären Organismen in mathemati-scher Nothwendigkeit befangen sind, kosmische Kräfte äussern und dieelementaren Stoffe zu Mineralien vereinigen, deren Mannigfaltigkeit ihrenGrund blos im Prozess des Erdlebens zu haben scheint, sind die sekun-dären Organismen nur durch die Einwirkung des Centralkörpers auf denPlaneten möglich geworden, und verlangen, während jene im dunkelnSchooss der Erde entstehen, das Licht der Sonne, um sich unter drei ver-schiedenen Kategorien zu entwickeln und eben so viele Reiche zu bilden.Die Organismen der ersten Klasse, die nur die räumliche Erscheinung undVervielfältigung ihrer Urform als Ziel ihres Daseins haben, bedürfen nurMasse- und Keimbildende Organe, Organe, welche das Bestehen des Indi-viduums und die Fortdauer der Gattung vermitteln; Plastizität ist daherihr allgemeinster Charakter, und die Pflanzen, welche das erste ReichOken war der Erste,ausmachen, sind die Organismen der Plastizität.
der mit genialer Schärfe die Pflanze für einen zwischen Sonne und Erdegespannten Organismus erklärte, welcher in der Finsterniss entstehe, abersich zugleich aus der Erde in die Luft, dem Lichte entgegen, erhebe. Dieseinnerste Bedeutung der Pflanze wirft auch helles Licht auf ihre Organi-sation, die sich demgemäss gleich vom Urknoten aus in zwei Hauptsystemescheidet, von welchen das eine als absteigender Stock sich der Tiefe zu-wendet, das andere als aufsteigender Stock dem Lichte entgegenstrebt.Während das erste Hauptsystem, die Wurzel, in Farbe und Bildung düster
*) A. v. Humboldt's Kosmos, Bd. I. S. 367-368.
370-371.
Verbreitung der Pflanzen auf dem Erdball.Phytogeographie.
Atlas Tafel 31*).
und einförmig erscheint, wie die nächtliche Tiefe, entfaltet sich das an-dere, der Stamm, zu jener Vielheit von Bildungen, zu jenem übereinandergebauten Systeme von Blättern und Blüthen, zu jenem Farbenschmelz, wel-chen nur das Licht zu erzeugen vermag. Doch flüchtig und vergänglich,wie die Stellungen der Erde gegen die Sonne, ist diese Schönheit; dauern-der dagegen das Wurzelsystem, welches von der Festigkeit der tiefgegrün-deten Tellus etwas in sich aufgenommen hat. Wie es der Pflanze, die esorganisch mit der Erde verbindet, Halt verleiht, so liefert es auch dengrössten Theil der rohen Stoffe, die durch den Lebensprozess des Ge-wächses in jene Formenfülle und Farbenpracht umgewandelt werden. Soist die Pflanzenwelt fest mit der Erde verknüpft, ihr treueres Kind, dasstets an ihrem Busen ruht obwohl der Lockung der Sonne folgsam,und ihrem Lichte entgegenblühend und darum ihre Fülle so unerschöpf-lich. Wie die Wurzel als das Säfteanziehende und Ernährende die edle-ren Systeme der einzelnen Pflanze möglich macht, so die ganze Pflanzen-welt die beiden höheren Reiche der sekundären Organismen, das Reichder Thiere( die Organismen der Sensibilität) und das Reich des Menschen( den Organismus der Intelligenz). Auch diese bestehen nur durch jene:und wollte man alle drei Reiche als einen gemeinschaftlichen Organismusumfassen, so würde die Pflanzenwelt in diesem das Ernährungs-, Zeugungs-und Athmungssystem, die Thierwelt das Sinnen- und Bewegungssystem,und der Mensch das intelligente System dieses Organismus darstellen. Dasganze Streben der Pflanze, obwohl sie sich selbst verborgen ist, geht da-hin, vor der Welt ihr Innerstes aufzuschliessen. Ihre Schönheit, sich ausinnerem Grunde so reich entfaltend, erkennt sie selbst nicht; ihre Triebe,welche so mächtig ihr ganzes Wesen beherrschen, und zum Blühen und
371-377.
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B. Cotta's Briefe, Bd. I. S. 254-269.
277-278. 280-293.
Befruchten hindrängen, sind sich selbst unbewusst; nur der Mensch alleinin der ganzen Schöpfung vermag es, das Leben und Sein dieser stummenund doch so beredten Wesen verstehen zu lernen; vernehmlich sprechensie zu ihm durch ihre Gestalt, durch ihre Veränderungen und ihre Hand-lungen, welche sie vor seinen Augen vollziehen. Mit der Thierwelt ver-glichen, liegt die Pflanzenwelt ewig im Schlummer, und doch, welchesLeben in dieser reizenden Stille und Ruhe! Sich selbst verborgen zu sein;die Liebe um ihrer selbst willen zu lieben, und in Liebe zu vergehen;Früchte zu bereiten, Nahrung zu spenden, für die Nachkommen sich zuopfern, ist ihr Geschäft. Ihre Natur ist mehr der positiven Weltkraft ver-wandt, die stets das Walten verneinender Mächte siegreich bekämpft, undunübersteigliche Dämme gegen den Strom der Zerstörung aufthürmt.
In der Pflanzenwelt spricht unergründliche Fülle mit mächtigen Stim-men zum Geiste des Menschen. Tausendförmige, tausendfarbige Blumen-kronen wenden sich aus grünen Laub- und Wipfelmassen der Sonne zu;ihre Harze, Balsame und ätherischen Oele, ihre Wohlgerüche durchduftendie Lüfte. Dem Hungrigen beut die Pflanzenwelt nährendes Mehl, er-quickende Früchte; dem Kranken stärkende, läuternde, reizende, milderndeArznei; wie schmelzend ist ihr Nektar, wie begeisternd der Saft der Traube!Die Erde wäre ohne die Pflanzenwelt arm und leer: ihr Erwachen feiernwir jeden Frühling mit erhöhtem Gefühle, und erwachen mit ihr zu neuemLeben. Die Pflanzenwelt giebt jeder Gegend des Erdballs ihren bestimm-ten Charakter; ohne sie ist sie nackter Fels, öder Strand, furchtbareWüste, strauchlose Haide, einförmiger Weidegrund; mit ihr aber, wenn diephysische Gestaltung der Erdoberfläche mitwirkt, ein irdisches Paradies.Da bekleidet ein smaragdner buntverzierter Teppich die sonnigen Matten;
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Reuschle's Kosmos, Bd. II. S. 283-287.
289-292.
294-298.