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Geschichte des Handels.
Jsle le France blieb den Franzosen im Frieden zu Paris» den 16. Februar1763, in Ostindien. Canada in Amerika wurde ebenfalls an England ab-getreten, Durch den I76S mit den indischen Fürsten geschlossenen Friedenwurden Bahar, zwei Drittel der Provinz Orissa und ganz Bengalen an Eng-land abgetreten. Die französische Compagnie konnte nun neben der englischennicht mehr bestehen und löste sich daher I76S gänzlich auf. Zwar versuchte sienochmals ihr« Geschäfte in Gang zu bringen, allein dieses wollte nicht gelin-gen. Frankreich hatte seit jener Zeit nur wenig Einfluß auf den ostindischenHandel. Indeß geschah seit Ludwigs XVI. Regierungsantritte im Landeselbst Manches, um den Verkehr zu beleben. Alte, durch Mißbräuche ent-standene Auflagen wurden abgeschafft, die Zölle auf Einfuhrartikel, welchezum nothwendigen Bedürfniß gehörten, verringert. Die Garonne und derHafen von Marseille wurden der Ausfuhr inländischer Weine geöffnet. DieFreigebung des Getreidehandels erfolgte und der gesammte Handel wurdevon seinen drückenden Fesseln befreit
Der Kaffee war um die Mitte des 18. Jahrhunderts schon einer derersten Handelsartikel in ganz Europa. Im Jahre 1760 betrug die Ausfuhrdesselben aus Java, Sumatra, Bourbon, Jsle le France, Domingo, Suri-nam, Euba und den übrigen westindischen Niederlassungen, nach europäischenHäfen 42,866 Tonnen oder 86,606,660 Pfund. Aus der Levante gingenein 4666 Tonnen oder 8,666,666 Pfund./— Die Thee-Consumtion hattesich ebenfalls schon ungeheuer vermehrt Bloß in England wurden in dem ge-dachten Jahre über 2-r Will. Pfunde verbraucht.
In Portugal wurde 1766 durch den Minister Pombal das ColbertscheMercantilsystem nachgeahmt. Da ihn aber der Vertrag von 1763 verhin-derte, die Engländer von den portugiesischen Märkten zu verdrängen, so setzteer ihnen den Monopolhandel entgegen. Den Handel mit mehrern Artikelnbehielt sich die Krone vor. Im Jahre 1756 wurde die Weinhandlungsge-sellschaft errichtet. lS. B. 3. Abth. 18. §. 6.) Diese erhielt am Flusse Dueroeinen Bezirk angewiesen, in welchem allein der auszuführende Portwein er-baut werden sollte Da alles, was über das Product verfügt werden möchte,von der Willkähr der Gesellschaft abbing, so bestimmte diese den Preis, wel-chen die Weinbauer erhielten, die Wcinbereitung und den Verkaufspreis.Dieser war jedes Jahr zweierlei Art: nämlich der für den vinlio sie ramo,oder den zum innern Verbrauch , und für den vinlio rie ksitoria, oder denzur Ausfuhr bestimmten. Diese Preise standen fest, der Wein mochte beschaf-fen sein, wie er wollte. Da die Weinbauer dieses wußten, so lieferten siezur Ausfuhr allemal den geringsten Wein. Hierzu kamen nun noch die Ver-fälschungen der Compagnie, wobei sie obenein die Preise oft übertrieben stei-gerte. Häufig ließ sie sich den nach England gehenden Wein noch ein Malso theuer bezahlen, als andere Länder für Wein von derselben Güte entrich-teten. Eben so verfuhren aber auch wieder die Engländer hinsichtlich der nachPortugal bestimmten wollenen und andern Waaren. Letzteres litt hierunternoch mehr, da es sich verpflichtet hatte, keine andere wollene Fabrikate alsenglische zulassen zu wollen, und überdem der auswärtige Handel ganz vonEngländern besorgt wurde. Erst im Jahre 1773 gelang es den Portugie-sen, sich in letzterem etwas freiere Hand zu verschaffen.
Der siebenjährige Krieg hatte auf den Handel Deutschlands in so fern