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Erster Band.
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Geschichte des Handels.

und den Colonialhandel erlassen, und eine Handelsgesellschaft mit dem aus-schließlichen Rechte, den chinesischen Theehandel zu betreiben, auf 25 Jahreprivilegirt. Mit Ausnahme der Molucken und des der Regierungsverwaltungdes niederländischen Indiens vorbehaltenen Handels nach Japan, ist der Han-del nach Ostindien für alle Unterthanen frei geblieben. Nach Demerary,Berbice und Effequebo, können die Holländer gleich den englischen Untertha-nen Handel treiben. Der Handel nach Nordamerika ist passiv, und der dahinausgeführte Wachholderbranntwein (Genever) und einiger anderer Fabrikate,kommt der Einfuhr von Häuten, TabacksblLttern und andern Produkten vondorther, bei weitem nicht gleich. Auch der ehemals so beträchtliche Schleich-handel von Curahao aus nach dem spanischen Amerika, hat dadurch, daß sichdieses von dem Mutterlande losriß, mit verloren. Jedoch haben sich demniederländischen Handel in Brasilien, Domingo und der Havannah neue Quel-len eröffnet. Hinsichtlich des Waarentransports auf dem Rheine, aus Deutsch-land und der Schweiz sind die.Holländer immer noch die CommissionshändlerEnglands, obschon nicht mehr in dem Maße wie früher, ehe die Schifffahrtauf dem Rheine, bis ins Meer, frei wurde. Auch fuhren sie a» eigenen Pro-dukten Butter, Käse, Krapp, Flachs, sowie Getreide nach England aus.Kurz vor der belgischen Revolution bestand von Antwerpen aus ein beträcht-licher Kornhandel nach den englischen Häfen, und der von da ausgeführteWeizen, sowohl weißer als rother, wurde zu den vorzüglichsten Sorten inEngland gerechnet. Eben so ist auch der flandrische Flachs wegen seiner Fein-heit und guten Zubereitung berühmt. Von Krapp wurden I82S in Rotter-dam 41,voll Ctnr. nach England verladen. Butter wurde in demselbenJahre nach England verschifft 1IK,2ZS Ctnr. und Käse über 250.000 Ctnr.Der Handel nach den Ostseehäfen hat sich ebenfalls wieder gehoben. ImJahre 1830 passtrten >227 und 1832 allein 1425 holländische Schiffe denSund. Besonders nahm der Handel Rotterdams seit dem Frieden zu.Dieser hatte sich bis 1831 bedeutender vermehrt, als der irgend eines hollän-dischen Handelsplatzes. Hier, wie zu Amsterdam und Antwerpen, werdenjährlich große Auctionen von Waaren gehalten, die aus den holländischen, »st-und westindischen Colonien eingeführt sind. Der Handel nach Frankreich gehtmeistens über Antwerpen. Es wird aber weniger dahin ausgeführt als vonbort eingeht. Die wichtigste Handelsstadt Hollands ist immer noch Amster-dam. Von hier bewegt sich ein lebhafter Handel nach Spanien, Portugal,Italien, der Levante u. s. w. Hier ist der Sitz der 1814 neu errichteten nie-derländischen Bank. Auch befinden sich hier mehrere Affecuranzcompagnien,deren Geschäfte sehr ausgebreitet sind, weil sie zu niedrigen Prämien versichern,und dabei doch die größte Solidität beweisen. Die Hauxteinfuhr besteht da-selbst in allen Colonialwaaren, Wein, Wolle, Getreide, Schiffsbauholz, Pech,Theer, Hanf, Flachs, Leinwand, wollenen und baumwollenen Waaren, Stein-salz, Zinn, Kohlen u. s. w. Ausfuhrartikel sind vorzüglich die inländischenProdukte und die der eigenen Colonien, Gewürze, Mokka- und Java-Kaffee,Thee, Zucker, Taback, Indigo, Wolle, Weine, Branntwein, Bauholz, deutscheManufakturwaaren und alle Ostseeprodukte. Der Ort ist überhaupt der ge-legenste Stapelplatz für Waaren nach allen Gegenden Europa's und es giebtkeinen Handelsartikel, der nicht auf seinem Markte gefunden würde. Allevon auswärts eingehenden, oder zum Durchgänge bestimmten Waaren, wer-