Band 
Erster Band.
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Comtoir-Wissenschaft.

Nach einem fünf und zwanzigjährigen Streben, den Ruf eines rechtlichenMannes zu bewahren, trifft mich das traurige Schicksal, alle meine Sorgfaltmit einem Male vereitelt zu sehen und meine Zahlungen einstellen zu muffen.

Die jüngsten durchaus nicht zu ahnenden Ereignisse in der Handelswelt,der Fall der allgemein als sehr fest stehend geltenden Häuser B, A L. und W.

L S. in .. . . ., denen ich nicht unbedeutende Capitalien erst vor 3 Monatenanvertraute, haben mich dergestalt herab gebracht, daß die Bilanz meinesHauptbuches ein Credit-Saldo von SSK ergiebt.

Meine hiesigen Gläubiger, denen ich meine unglückliche Lage eben so wahrund offen dargestellt habe, wie Ihnen durch Gegenwärtiges, bezeigten mir dieaufrichtigste Theilnahme und riethen mir, meine sämmtlichen Creditoren erge-benst zu bitten, sich Vrrgleichsvorschläge gefallen zu lassen.

Möchten Sie daher so gefällig sein, bei der Zusammenkunft, welche den

.in meiner Behausung von mir gewünscht wird, sich persönlich einzu-

sinden, oder einen Bevollmächtigten an Ihrer Stelle dabei erscheinen zu lassen.Fest überzeugt, daß Sie nach völlig erhaltener Kenntniß meiner Verhältnissemir keine Schuld an meinem Unglück beimeffen werden, darf ich der Entschei-dung meines ferneren Schicksals hoffnungsvoll entgegen sehen, und wünschenichts sehnlicher, als daß mir noch vergönnt sein möge, einst wieder in solcheUmstände zu gerathen, daß ich Ihnen den Verlust, welchen Sie an mir er-leiden, wo nicht gänzlich, doch wenigstens zum Theil wieder ersetzen kann. i

Ihrer gütigen Antwort gewärtig zeichnet mit unbeschränkter Hochachtung !

und Ergebenheit rc. !

61) Schreiben eines Falliten an einen seiner Gläubiger. Anzeige des !

gerichtlichen Falliments. !

Mit der aufrichtigsten Betrübniß theile ich Ihnen durch Gegenwärtiges jeine Nachricht mit, welche für Sie und für mich gleich unangenehm ist.

Mancherlei Unglücksfälle. von denen ich nur ein halbjähriges Persönli-ches Krankenlager, einen währenddem bei mir verübten bedeutenden Diebstahlund das Falliment des ... . schen Hauses in ...., bei welchem ich mit.... intereffirt war, hier anführe, hatten schon früher nachteilig auf michgewirkt. Demungeachtet glaubte ich immer noch, es werde mir gelingen,mich aufrecht zu erhalten. Nun aber ist durch den Fall des Hauses .... in. . . . auch meine Niederlage herbeigeführt, und ich bin von einigen Credito-ren zugleich so gedrängt, daß ich anich zu dem iraurigen Schritte entschließenmußte, meine Insolvenz dem hiesigen Gericht zu erklären. und mich zur Ab-tretung meines Vermögens bereit zu erklären. Meine Frau will diesem nochdie Hälfte ihres Eingebrachten hinzufügen, und so hoffe ich im Stande zusein, meinen Gläubigern 35 bis 4vH anbieten zu können.

An Sie aber wende ich mich mit der herzlichsten Bitte, mir Ihr Mitleidnicht zu versagen, und, wenn Sie sich werden überzeugt haben, daß ich denBruch weder absichtlich noch durch Nachlässigkeit und unüberlegte Speculatio-nen herbeiführte, sich auch geneigt finden zu lassen, den im Termine zumVorschlage kommenden Vergleiche beizutreten.

Ihr mir jederzeit bewiesenes Wohlwollen, dessen ich gegenwärtig umso mehr bedürftig bin, läßt mich hoffen, Sie werden mir Ihre Freundschaft