Briefe an Bonstetten.
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Genug des Geschwätzes. Dein Brief hat michsehr erfreut, hauptsächlich, weil ich dich dir immergleich finde, und dann,,weil er über deine Lageberuhigt. Daß das Uebergewicht an die Land-eigenthümer kömmt, ist recht gut; so war es nachder Gründung Berns, so zu Rom, so lange esmoralisch groß blieb, hierauf beruht am Endedas Vorzüglichste in jeder Verfassung, die etwasGutes in sich hat; es kömmt dann nur auf dieOrganisirung des repräsentirenden Corps an; dieseist hin und wieder, auch in der österreichischenMonarchie, von der Vollkommenheit weniger fern,als man glauben sollte; alles kömmt auf denGeist an; ohne diesen freilich lös't sich auch diebeste auf, oder erhält sich nur wie dtze Mumien.
In Ansehung deiner Gedanken über den Aus-gang des großen, kostbaren Drama's, das vor unse-ren Augen gespielt wird, muß ich dir sagen, daßich zwar dem Metier des Weissagens überhauptimmer mehr entsagt habe, weil Umstände, dieman in der Ferne nicht wissen kann, und Sotti-sen, auf die sich nicht rechnen läßt (weil sie ge-wöhnlich jede Vermuthung übersteigen), so oft wieDii ex machina den wahrscheinlichsten Vermu-thungen Hohn sprechen; daß ich aber im Ganzen —weniger ruhig bin, als du es mir zu seyn scheinst;nicht sowohl wegen dessen, was die Feinde unter-nehmen, als wegen dessen, was wir unterlassen;und weil die Vergleichung dieser Zeit mit einpaar andern Perioden der Geschichte gewisse Maß-regeln mir in einem andern Licht zeigt, als wor-in die Herren von der alten Diplomatie sie be-trachten.
Du gehst nach Bern, um dich den Geschäftenzu widmen. Ob dieses nützlich und räthlich, dieseskann ich darum nicht beurtheilen, weil ich- die